Frankfurt am Main – Der Verband der Wellpappen-Industrie e.V. (VDW) blickt mit gemischten Gefühlen auf das Jahr 2008 zurück. Erstmals seit 15 Jahren verzeichnen die Wellpappenhersteller einen Rückgang beim Absatz ihrer Produkte. Mit gut 8,5 Milliarden Quadratmetern verkaufter Wellpappenerzeugnisse lag der Absatz im Jahr 2008 etwa 56 Millionen Quadratmeter unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich zu den Einbußen anderer Branchen steht die Wellpappenindustrie mit diesem Ergebnis jedoch gut da: „Trotz des konjunkturellen Gegenwindes ist unsere Branche in einer relativ stabilen Verfassung", betont Norbert Julius, der Vorsitzende des VDW.
Die Entwicklung der Umsatzzahlen trägt zu einer positiven Beurteilung bei. Hier verbuchte die Wellpappenindustrie ein Wachstum von 4,0 Prozent. Die Erlöse gaben ab der Jahresmitte nach und fielen um 1,9 Cent pro Quadratmeter auf durchschnittlich 50,0 Cent im Dezember. Ein weiteres leichtes Plus verzeichnete der VDW bei den Beschäftigtenzahlen seiner Mitglieder, was auf die gute Auslastung im ersten Halbjahr 2008 zurückzuführen ist.
Ausschlaggebend für die Standfestigkeit der Branche ist die Vielseitigkeit ihres Produktes sowie die Bandbreite von Einsatzmöglichkeiten und Abnehmergruppen. So konnte die verminderte Nachfrage krisengeschüttelter Branchen wie der Automobil- und Maschinenbauindustrie durch den kontinuierlichen Bedarf der Nahrungs- und Genussmittelindustrie teilweise abgefangen werden. Den wesentlichen Grund dafür sieht Julius in der Bedeutung der Wellpappe für die Verkaufsförderung: „Unser Packstoff lässt sich hochwertig bedrucken und ist daher das ideale Marketinginstrument, um am Point of Sale den Warenverkauf zu unterstützen." Konsequenterweise stieg der Anteil drei- und mehrfarbig bedruckter Wellpappe erneut. In 2008 betrug er 18,1 Prozent und hat sich damit in den vergangenen acht Jahren mehr als verdoppelt.
Als Motor der konjunkturellen Entwicklung erwies sich jedoch erneut der Außenhandel mit Wellpappe. Julius: „Mit einem Anteil von knapp 15,6 Prozent am Gesamtabsatz der Branche stellt der direkte Export unserer Produkte weiterhin eine verlässliche Größe dar."
Bedenklich stimmt die Hersteller hingegen die Preisentwicklung für Papier, dem wichtigsten Rohstoff für die Wellpappenindustrie. Obwohl die Einkaufspreise im vergangenen Jahr sanken, liegen sie noch immer über dem Niveau vom August 2005. „Den ab diesem Zeitpunkt stattfindenden sukzessiven Preisanstieg konnte unsere Industrie – wenn überhaupt – nur mit erheblichen Verzögerungen an die Kunden weitergeben. Eine Korrektur des Preisniveaus war deshalb sicherlich notwendig", erläutert Julius. Aufgrund der angespannten Lage in der Papierindustrie rechnet die Wellpappenbranche aber wieder mit baldigen Papierpreiserhöhungen. „Grundsätzlich sehen wir die hohen Preisschwankungen jedoch mit Sorge, da sie von unseren Kunden alles andere als geschätzt werden."
Bei aller derzeitigen Unsicherheit blickt die Wellpappenindustrie mit gedämpftem Optimismus auf das laufende Jahr. „Unsere differenzierte Abnehmerstruktur und das überraschend stabile Konsumverhalten der privaten Verbraucher stimmt uns zuversichtlich", so Julius. Eine seriöse Prognoseschätzung für 2009 sei derzeit jedoch nicht möglich. Denn die Dauer und Tiefe der Rezession sei schlichtweg nicht abzuschätzen. Eines erscheint Julius jedoch sicher: Die Wellpappenindustrie ist mit ihren Produkten gut gerüstet für die Zukunft.
Quelle: Verband der Wellpappen-Industrie e.V. (VDW)
| Zurück |
|


