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Eine an Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtete öffentliche Beschaffung spart Geld und entlastet die Umwelt. Dennoch hat sich der „grüne" Einkauf in deutschen Behörden noch nicht durchgesetzt: Während in Großbritannien der Anteil umweltfreundlicher Güter am öffentlichen Beschaffungsvolumen 74 Prozent erreicht, schaffen deutsche Behörden gerade 30 Prozent. Die Steuerzahler kostet das Milliarden.

Denn langfristig ist der Einkauf umweltfreundlicherer Produkte für die öffentliche Hand nicht teurer, sondern oft günstiger als die Beschaffung herkömmlicher Waren und Dienstleistungen. Zu diesem Resultat kommt eine Untersuchung der internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Die Berater hatten für ihre Studie den öffentlichen Einkauf sieben europäischer Länder analysiert.

Ein Ergebnis: „Grüne" öffentliche Beschaffung spart Geld. Dem höheren Einkaufspreis der umweltfreundlicheren Güter stehen in der Regel niedrigere Betriebskosten gegenüber. Die Einkäufer im Vereinigten Königreich konnten so den öffentlichen Beschaffungsetat um 5,7 Prozent entlasten. Die Einkäufer der öffentlichen Hand in Deutschland kamen dagegen nur auf magere 0,3 Prozent. Bei einem Gesamtetat für die öffentliche Beschaffung in Höhe von 360 Milliarden Euro im Jahr summiert sich dieser Unterschied auf Milliarden.

Auch der Beitrag deutscher öffentlicher Einkäufer zum Klimaschutz bleibt laut PwC vergleichsweise gering: Während im EU-Schnitt die „grüne" Beschaffung die CO2-Emissionen gegenüber dem herkömmlichen Einkauf in den Jahren 2006/2007 um durchschnittlich 25 Prozent reduziert hat, sank der deutsche CO2-Ausstoß nur um neun Prozent . Außerdem fehlen in Deutschland verbindliche Zielvorgaben. Während im EU-Schnitt jede dritte Behörde Aktionspläne mit konkreten Vorgaben für die „grüne" Beschaffung aufgelegt hat, ist das hierzulande nur in jeder fünften Verwaltung der Fall.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hatte zuletzt im August 2008 in einer Empfehlung an die Bundesregierung eine nachprüfbare Ausrichtung der öffentlichen Beschaffung an Nachhaltigkeitskriterien gefordert. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass der Steuerzahler doppelt zahlen müsse. „Zum einen zahlt er, wenn Einsparmöglichkeiten und Effizienz nicht beachtet werden, zum anderen, wenn die ökologische und soziale Zeche zu zahlen ist, die aus Fehlentscheidungen folgt", heißt es in der Empfehlung des von der Bundesregierung berufenen Beratungsgremiums.

Nachholbedarf sehen die PwC-Berater unter anderem bei der umweltgerechten Beschaffung von Energie. Da über 90 Prozent der CO2-Emissionen öffentlicher Einrichtungen auf den Verbrauch von Strom und Heizenergie entfielen, sei hier das Einsparpotenzial am größten. Laut PwC greift in Deutschland bislang nur jede vierte Behörde auf erneuerbare Energiequellen zurück. In Österreich und den Niederlanden liegt diese Quote schon bei über 80 Prozent.

PwC befragte für die Studie nach eigenen Angaben über 1.100 öffentliche Institutionen in Deutschland, Dänemark, Finnland, den Niederlanden, Österreich, Schweden und dem Vereinigten Königreich. Die Einrichtungen sollten für zehn ausgewählte Produktgruppen angeben, ob und in wie weit ökologische Kriterien bei der Beschaffung berücksichtigt wurden. Die Umfrage soll im Jahr 2010 auf alle 27 EU-Mitgliedsstaaten ausgedehnt werden.

Quelle: Rat für Nachhaltige Entwicklung

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Artikel vom: 03.04.2009 08:49
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