Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Stahl- und NE-Metall erzeugende und verarbeitende Industrie und damit auch die Stahl- und NEMetall-Recycling-Wirtschaft voll erfasst. Das Jahr 2009 wird für die Stahl- und NE-Metall-Recycling-Wirtschaft ein schweres Jahr werden. Dies hat die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e. V. (BDSV) mitgeteilt.
Dabei sind metallische Rohstoffe für die Weltwirtschaft und deren Wiedergenesung unverzichtbar. Die Bedeutung von Sekundärrohstoffen für die Sicherung von Energie und Rohstoffen ist signifikant. Damit bleibt die Stahl- und NE-Metall-Recycling-Wirtschaft eine Branche mit Perspektive.
Neben dem starken Rückgang der Preise kam es ab Herbst 2008 zu einem Absatzeinbruch – in einer bisher noch nicht gekannten Dramatik. Leider verstärkt die Entwicklung auf den Kredit- und Finanzmärkten die Probleme unserer Unternehmen. Wegen der geringen Auslastung sind viele unserer Betriebe in Kurzarbeit gegangen. Die Krise erfasst alle industriellen Wertschöpfungsketten. Das gilt besonders in Deutschland für die Fahrzeug- und Maschinenbauindustrie, die sehr exportlastig und stark Stahl- und NE-metallbezogen ist. Industrieländer, und in noch stärkerem Maße Entwicklungs- und Schwellenländer, fallen aufgrund der globalen Entwicklung als Abnehmer aus.
Die Rohstahlproduktion in Deutschland ist im 4. Quartal 2008 um 20 Prozent und im Januar um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurückgegangen. Auch der Markt für legierte Stähle ist von starken Produktionseinschnitten gekennzeichnet. Wegen der geringen Nachfrage der Endkonsumenten nach Edelstahlprodukten arbeiten die Hersteller nur noch mit etwa 50 Prozent der möglichen Aktivität. Von den Produzenten wird lediglich gekauft, was tatsächlich auch verbraucht wird. Zu einer spürbaren Belebung wird also erst ein Anstieg des Konsums der Endverbraucher beitragen. Damit ist aber in den nächsten Monaten noch nicht zu rechnen. Der Preisrückgang auf dem deutschen Stahlschrottmarkt beträgt seit Juni letzten Jahres etwa 70 Prozent.
Die Krise der Automobilindustrie hat sehr große Auswirkungen auf die Zulieferer und die Zulieferer der Zulieferer. Letztlich sind unsere Mitglieder als Rohstofflieferanten, z. B. von Flüssigaluminium, massiv betroffen.
Trotz der schlechten Marktlage sind Schrotte auf dem Markt knapp. Ein Grund hierfür ist, dass wegen der nachlassenden Produktion weniger Neuschrott in den Werken anfällt. Man spricht im Bereich der Neuschrotte von einem Rückgang um ca. 50 Prozent. Ungeachtet des erhöhten Aufkommens von Altfahrzeugen aufgrund der Abwrackprämie ist im Ergebnis auch der Anfall von Altschrotten immer noch schwach (z. B. aufgrund stark geschwächter Abbruch- und Sammeltätigkeit).
Quelle: BDSV
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