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Die vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie `Die wirtschaftliche Bedeutung der Recycling- und Entsorgungsbranche in Deutschland´ liefert einen Überblick über die Branche in den Jahren 2006/2007 (Recyclingportal berichtete). Doch sie sei nicht repräsentativ, meint Dr. Werner Templin, Geschäftsführer der IG PARO e.V., "da viele Betriebe, die z.B. unter anderem Altpapier entsorgen, dies in vielen Fällen dem Statistischen Bundesamt nicht gemeldet haben und daher nicht erfasst werden konnten“.

Die IG PARO gibt zu bedenken, dass bei dieser Studie 6.257 von Creditreform gemeldete Ent­sorgungs­unternehmen betrachtet wurden, aus denen eine Zufallsstichprobe in Höhe von 2.483 Entsorgungs­unternehmen gezogen wurde. Insgesamt antworteten lediglich 232 Entsorgungsunternehmen, ein Prozentsatz von 3,7 Prozent. „Leider ziemlich wenig Resonanz; hier zeigt sich, dass es nur wenig zweckmäßig ist, die Verbände bei der Erstellung einer solchen Studie nicht ins Boot zu holen,“ kommentiert Rolf Kühl, Präsident der IG PARO e.V.

Weiterhin geht die Studie davon aus, dass insgesamt 157.000 Beschäftigte in der gesamten Entsorgungsbranche mit einem Gesamtumsatz in Höhe von 37,5 Milliarden Euro tätig sind. Andere Studien zeigen hingegen Werte von 113.000 bis 260.000 Beschäftigte und weisen einen Gesamtumsatz in Höhe von 14,6 bis 50 Milliarden Euro Umsatz auf.

„Hier ist erkennbar, wie wichtig die Einbeziehung aller Akteure ist, um valide und realitätsnahe Zahlen zu erhalten. So bezweifeln wir schon die in der Studie genannte Zahl der Beschäftigten in der Altpapierbranche in Höhe von 10.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bezogen auf das Jahr 2006. Die IG PARO e.V. geht nach eigenen Schätzungen von rund 17.500 Beschäftigten aus,“ ergänzt Dr. Werner Templin.

Bei aller berechtigten Kritik begrüßt die IG PARO dennoch diese Studie, gibt sie doch den hohen Stellenwert der Entsorgungsbranche und insbesondere der Altpapierbranche wieder.

„Unsere Altpapierbranche ist nach wie vor stark gefährdet. So ist manchmal auch der Weg zur Müllverbrennungsanlage kürzer als zur nächsten Papierfabrik. Ein bedauerlicher Zustand, der jedoch für einzelne Unternehmen eine Transportkosten­reduzierung bedeutet. Nach wie vor setzen wir uns zudem für staatliche Hilfen für die Altpapierbranche beim Bundeskanzleramt ein; diese Studie unterstützt in Teilen unsere Argumentation. Die gesamte Entsorgungsbranche und damit auch die Altpapierbranche ist und bleibt systemrelevant,“ erläutert Rolf Kühl.

Quelle: IG PARO e.V.

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Artikel vom: 11.05.2009 16:39
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