„Die Rezession hat auch die deutschen Altpapier-Entsorgungsunternehmen mit voller Wucht erreicht“, erklärte Hubert Neuhaus, Vorsitzender des Fachverbandes Papierrecycling und Vizepräsident des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
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| SR-Archiv |
Die Folge der schlechten Beschäftigung trifft die Altpapierentsorger auch von der anderen Seite: mit zyklischer Verzögerung geht die erfassbare Altpapiermenge seit Februar deutlich zurück. Das produzierende Gewerbe erzeugt nun weniger Abfälle, die Abstände zwischen den Containerleerungen werden größer und manche Anfallstelle hat Kurzarbeit oder sogar Betriebsstillstand beschlossen.
Befriedigende Altpapierorders lassen sich ausschließlich aus Asien verzeichnen. Sie sorgen seit Februar zumindest bei Kaufhausaltpapier /1.04 für geringe Bestände in den Lägern der bvse-Mitglieder. Deinkbare Sorten, in der Hauptsache 1.11, werden hingegen nicht ausreichend nachgefragt, deren Bestand ist recht hoch.
„Im April durchgeführte Abstellmaßnahmen von Papiermaschinen bei den europäischen Abnehmern führten dank der guten Altpapier-Exportaufträge nicht zu wesentlichem Altpapier-Bestandsaufbau bei unseren Unternehmen“, berichtete Neuhaus. Seit April stabilisieren sich die Erlöse für Altpapier auf niedrigem - und oft nicht kostendeckendem – Niveau.
„Grund zum Aufatmen bietet dieses Innehalten im Preisverfall jedoch nicht“, bedauert der bvse-Fachverbandsvorsitzende. Er weist darauf hin, dass die Altpapierentsorger die durch Bestandsabwertungen zum Jahreswechsel erlittenen herben Verluste verdauen müssen und sich schon bereits mit neuen Maschinenstillständen bei den Abnehmern konfrontiert sehen.
Die Wirtschaftskrise habe sich in der Altpapierbranche tief festgesetzt. Gleichblei-bende Fixkosten bei bis zu 25 Prozent rückläufigen Mengen - das zwinge die Altpapierprofis nochmals verschärft zu Kostenkontrolle, zur Nutzung möglicher Synergieeffekte und zur regionalen Kooperationen.
Neuhaus weist zudem darauf hin, dass Altpapier ein weltweit gehandelter Sekundärrohstoff sei. Mit Blick auf die globale Wirtschaftslage ließen sich zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch keine wesentlichen Impulse ausmachen, die für die kommenden Monate einen positiven Effekt auf die Altpapierentsorgungswirtschaft haben könnten.
Hubert Neuhaus: „Positiv lässt sich für die vergangenen Monate jedoch festhalten: Die privaten Altpapierentsorgungsunternehmen erweisen sich gerade auch in kritischen Phasen als erfahrene Krisenmanager. Sie bieten den kommunalen und gewerblichen Anfallstellen Entsorgungssicherheit; gleichzeitig sichern sie die Rohstoffversorgung der Papierfabriken mit dem qualitativ hochwertig aufbereiteten Rohstoff Altpapier. Die Altpapierentsorger üben damit eine unverzichtbare Pufferfunktion aus und schaffen den notwendigen Ausgleich unter aktuell veränderten Marktbedingungen. Sie sind das entscheidende Glied in der Papierkette zur Schließung des Stoffkreislaufes und stellen somit das Altpapierrecycling sicher.“ Quelle: bvse
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Artikel vom: 19.06.2009 10:53
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