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Bremen - Das Mittelkalorik-Kraftwerk (MKK) der swb in Bremen ist vor kurzem mit voller Verfügbarkeit in den Regelbetrieb gegangen. Die einlinige Anlage verfügt mit ihrem wassergekühlten, dreibahnigen Vorschubrost über eine Plankapazität von 226.000 Mg/a bei einem Auslegungsheizwert von 14 MJ/kg (OS) und verwertet mittelkalorische Sortierreste und Gewerbeabfälle energetisch. Das Heizwertfenster reicht von 11–20 MJ/kg; die Stückigkeit der Mittelkalorik muss lediglich unter 500 mm Kantenlänge liegen. Das MKK wird im Verbund mit dem MHKW Bremen der swb betrieben, woraus nach Betreiberangaben eine sehr hohe Entsorgungssicherheit resultiert.

Kran im Bremer MKK
Foto: swb
Den Verbrennungsbetrieb konnte das MKK aber trotz erheblicher Verzögerung aufnehmen und damit die Entsorgungsverträge mit den swb-Kunden voll erfüllen. Um den Dampf in der Zwischenzeit zu verwerten, wurde der Dampfkreislauf des MKK in das Dampfnetz der am Kraftwerks-Standort betriebenen Steinkohleblöcke (300 MWel und 150 MWel) eingebunden. Somit können derzeit circa 80 bis 90 Mg/h Frischdampf zur Deckung des Eigenbedarfs der Kohleblöcke thermisch verwertet werden. Dadurch kann der Steinkohlebedarf der Kraftwerksblöcke und somit auch der CO2-Ausstoss reduziert werden. Die gesamte Anlage läuft mittlerweile stabil auf dem geforderten Leistungsniveau; die geforderten Leistungsparameter von 127 Mg/h Dampf bei 40 bar Frischdampfdruck und 400°C Frischdampftemperatur werden sicher erreicht.

Die Verbrennungsleistung des MKK beträgt 680 Mg/Tag bei 14 MJ/kg. Da der Durchschnittsheizwert derzeit bei circa 13 MJ/kg liegt, steigt die Verbrennungsleistung auf etwa 720 Mg/Tag, so dass von Montag bis Freitag über 1.000 Mg/Tag in den circa 4.000 Mg fassenden Brennstoffbunker geliefert werden. Dies entspricht etwa 50 Walking-Floor-Fahrzeugen/Tag, die in den 14 Stunden täglicher Öffnungszeit angenommen werden. Punktuell konnten sogar Anlieferungsspitzen von bis zu 1.500 Mg/- rund 75 Fahrzeuge/Tag - am Standort abgewickelt werden.

Die Rauchgasreinigung besteht aus folgenden Komponenten: SNCR-Anlage zur Reduzierung der Stickoxide, Sprühabsorber mit Kalkmilcheindüsung (als erste Stufe eines quasitrockenen Verfahrens), Umlenkreaktor mit Trockeneindüsung von Kalkhydrat und Herdofenkoks als zweite Stufe und schließlich Gewebefilter zur Abscheidung der Reaktionsrückstände, mit Rezirkulation des Absorbers in den Umlenkreaktor. Die Regelung der Rauchgasreinigung basiert auf den gemessenen Rohgaswerten, so dass die Reingaswerte gemäß der 17. BImSchV auch bei hohen Schadstofffrachten sicher eingehalten werden können.

Insgesamt ist in nur zweieinviertel Jahren ab Baubeginn eine der größten und modernsten Abfallverwertungsanlagen in Deutschland entstanden, die nun im stabilen Dauerbetrieb ist. Aus ca. 230.000 Mg/a mittelkalorischer Abfälle werden in Grundlast mit einem sehr guten Wirkungsgrad von 27 Prozent netto zukünftig 235.000 MWh/a Strom erzeugt, die etwa zwei Drittel des Stromeigenbedarfs der beiden Steinkohleblöcke der swb decken und damit bei gleicher elektrische Produktion etwa 90.000 Mg/a an Steinkohle einsparen. Dies entspricht ungefähr dem Strombedarf von 91.000 Haushalten, also mehr als einem Drittel der Bremer Haushalte.

Das Müllheizkraftwerk (MHKW) Bremen der swb Entsorgung GmbH verfügt über eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG-Genehmigung) zur Mitverbrennung von Shredderleichtfraktion (SLF) bis zu 10 Prozent der Kapazität, also bis zu 55.000 Mg/a. Der Großversuch zur Mitverbrennung von SLF größer 20 mm im MHKW Bremen läuft seit Mitte 2008 und dauert noch bis Mitte 2009. Er ist bisher so erfolgreich verlaufen, dass swb Entsorgung sich unter bestimmten finanziellen und logistischen Bedingungen im MHKW Bremen den Einsatz einer größeren Menge dieses speziellen Abfalls vorstellen kann. Die derzeitige Zielmarke liegt dabei bei 5 Prozent der Kapazität, mindestens jedoch 25.000 Mg/a.

Quelle: swb Entsorgung GmbH

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Artikel vom: 29.06.2009 09:55
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