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Luxemburg - Im öffentlichen Blickfeld ist das Thema Klimaschutz in letzter Zeit nicht zuletzt durch die Finanzkrise etwas ins Hintertreffen geraten. Aktuelle Unwetter wie die in Tschechien und Österreich zeigen aber unmissverständlich, dass die dramatische Klimaveränderung weiter voranschreitet. Die RAL Gütegemeinschaft Rückproduktion von FCKW-haltigen Kühlgeräten e.V. hat vor diesem Hintergrund die Forderung nach einheitlichen Standards für das Kühlgeräte-Recycling erneuert. Während die Vorbereitung des WEEE-Updates in vollem Gange ist, ist aber bisher kein eindeutiges Zeichen seitens der Mitgliedstaaten bzw. seitens der EU-Kommission für verbindliche Qualitätsvorgaben erkennbar. Angesichts der enormen Bedeutung für den Klimaschutz sieht RAL nach wie vor dringenden Handlungsbedarf.

gebrauchte Kühlschränke
Fotto: Remondis
Allein in Europa sind nach Schätzungen von Fachleuten noch ca. 200 Millionen Altkühlgeräte mit einem Bestand von mehr als 80.000 Tonnen FCKW in den Haushalten in Gebrauch.

„In CO2-Äquivalenten gesprochen haben wir es hier mit einer Größenordnung von 250 Millionen Tonnen CO2 zu tun. Diese Zahlen unterstreichen die Größenordnung der FCKW–Problematik und verdeutlichen, daß wir es mit einer tickenden Zeitbombe zu tun haben. Würden durch unsachgemäße Behandlung alle FCKW aus Altkühlgeräten freigesetzt, hätte dies katastrophale Folgen für die CO -Bilanz von Europa. Der Schaden wäre gleich groß wie die CO2-Emissionen von 76 Millionen Mittelklassewagen, die bei einer Fahrleistung von 20000 km je Auto entstehen,“ erläutert Viktor Haefeli, der Vorsitzende der RAL Gütegemeinschaft Rückproduktion von FCKW-haltigen Kühlgeräten e.V..

Die Erkenntnis, daß Alt-Kühlgeräte aufgrund Ihrer brisanten Fracht unter höchsten Qualitätsanforderungen zur Vermeidung von FCKW-Verlusten verwertet werden müssen, hatte in der Vergangenheit in zahlreichen europäischen Ländern zur Aufstellung von Mindestanforderungen an die Verwertung der Altgeräte geführt. So haben z.B. die Länder Österreich, Schweiz, Großbritannien, Schweden, Norwegen, die Bundesrepublik Deutschland, Luxemburg, Tschechien und Italien die FCKW-Thematik im Zusammenhang mit der Kühlgeräteverwertung in Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien und Leitfaden berücksichtigt.

Allerdings konnte sich bisher außer Österreich kein anderer EU-Staat dazu durchringen, diese Qualitätsvorgaben auf ein verbindliches Niveau zu heben, konkrete FCKW-Rückgewinnungsmengen festzulegen und diese auch konsequent in der Praxis nachzukontrollieren. In der Folge wurden z.B. in United Kingdom, in Deutschland und jüngst in Schweden erhebliche Defizite beim Kühlgeräte-Recycling festgestellt, die möglicherweise hätten vermieden werden können, wenn es die richtigen Gesetze als Grundlage gegeben hätte.

Klimaschutz darf auch im Kühlgeräte-Recycling nicht nur ein Schlagwort bleiben. Es muss daher muss hier und heute gehandelt werden, damit die klimaschädlichen Auswirkungen von FCKW auf ein Minimum reduziert werden, Unwetter, Klimaschwankungen und die drastischen Folgen vermindert bzw. ganz ausgeschaltet werden.

Aus Sicht der RAL-Gütegemeinschaft muss an dieser Stelle das Rad nicht neu erfunden werden. Die bereits seit über 10 Jahren etablierte RAL-Gütesicherung GZ 728 bietet nach ihrer Meinung alles, was nötig ist, um Kühlgeräte-Rückproduktion klimasicher ablaufen zu lassen. Würde dieser wegweisende Standard in den EU-Staaten auf Gesetzesniveau gehoben und gleichzeitig RAL als Kontrollinstitution eingesetzt, wäre ein wichtiges Kapitel des Klimaschutzes in trockenen Tüchern. Wenn Klimaschutz ernst genommen werden soll, muss sich in diesem Bereich schnellstmöglich etwas tun. Die Zahlen der CO2-Bilanz sollte Mahnung genug sein.

Quelle: RAL-Gütegemeinschaft Rückproduktion von Kühlgeräten e.V.

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Artikel vom: 30.06.2009 10:52
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