Home / Top-News Abfall / Waste Kreislaufwirtschaft / Recycling Management Energie / Energy Märkte / Markets Unternehmen / Companies Forschung / Research Politik / Policy Recht / Law
Archiv
Zurück Impressum
 

München - Städte sind riesige Rohstoffminen. In Zeiten schrumpfender natürlicher Lagerstätten bei gleichzeitig wachsendem Rohstoffhunger der Volkswirtschaften, speziell in China und Indien, wird die effiziente Nutzung bereits vorhandener Ressourcen wirtschaftlich immer dringlicher.

Veranstaltung auf der IFAT 2008
Foto: IFAT
Bauwerke zum Beispiel sind wertvolle Rohstofflager. Nach Angaben des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie fallen in Deutschland jährlich rund 255 Millionen Tonnen mineralischer Abfälle an, die derzeit zu 92 Prozent wiederverwertet werden. Mit dieser Menge kann bei ihrem Wiedereinsatz zirka ein Drittel des deutschen Bedarfs an mineralischen Rohstoffen abgedeckt werden. Darüber hinaus enthält Bauschutt beispielsweise mehr Kupfer als das mühsam gewonnene Erz aus den Bergwerken. Das vom Menschen angelegte Lager von Kupfer, so der Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung, ist darüber hinaus heute schon größer als die verbleibenden natürlichen Reserven.

Für das Bauschuttrecycling bringt die aktuelle Wirtschaftskrise sogar positive Effekte. So wird derzeit mehr im Bestand als neu gebaut. Dadurch fällt mehr Abbruchmaterial an, das hilft, den schon vor der aktuellen Finanzkrise bestehenden, konjunkturellen Rückgang im Baugewerbe zu kompensieren.

Zu den Rohstoffen, die bereits in vielen Ländern zu Sekundärrohstoffen recycelt werden, zählen Eisen, Stahl, Blei, Kupfer, Zink sowie Aluminium. Und im Elektronikschrott finden sich besonders edle und seltene Metalle. Im einzelnen Handy oder Computer stecken zwar nur wenige Milligramm an Gold, Silber und Palladium; multipliziert man diese allerdings mit den im Jahr 2008 weltweit verkauften 1,3 Milliarden Mobiltelefonen und 300 Millionen Computern, kommen beeindruckende Mengen zusammen. Eine effiziente Metallrückgewinnung aus Altgeräten hat daher große rohstoffwirtschaftliche Bedeutung. Gleichzeitig wird ein bedeutender Beitrag zum Klimaschutz geleistet, denn das Recycling erfordert nur einen Bruchteil der Energie, die bei einer Gewinnung im Bergbau benötigt würde.

Zu den für das Urban Mining interessanten Materialgruppen gehörenen auch Bioabfälle, Glas, Papier und Pappe, Kunst- sowie Verbundstoffe. So hat zum Beispiel die Duale System Deutschland GmbH (DSD) im Jahr 2008 durch das Recycling von 2,6 Millionen Tonnen gebrauchter Verkaufsverpackungen 59 Milliarden Megajoule an Primärenergie eingespart und damit der Atmosphäre 1,4 Millionen Tonnen an Kohlendioxidäquivalenten erspart. Dies entspricht nach DSD-Berechnungen der Abgasmenge, die 630.000 Pkw der Kompaktklasse in einem Jahr erzeugen.

Urban Mining wird auch Thema auf der nächsten IFAT sein, der 16. Internationale Fachmesse für Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling, die vom 13. bis 17. September 2010 auf dem Gelände der Neuen Messe München stattfindet. Die Die IFAT ist die weltweit wichtigste Fachmesse für Innovationen und Neuheiten in den Bereichen Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling. Mit 2.605 Ausstellern aus 41 Ländern sowie rund 120.000 Fachbesuchern aus 170 Ländern präsentierte sie sich im Jahr 2008 mit neuen Rekordzahlen.

Quelle: IFAT 2010

Ähnliche Artikel:

Artikel vom: 08.07.2009 10:08
Zurück   
© MSV Mediaservice & Verlag GmbH, Bergstr. 16, D-82239 Biburg
Sekundär-Rohstoffe