Die gestrige Gründung der Desertec Industrie Initiative (DII) in München kann nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace ein Meilenstein für die weltweite Nutzung von Solarkraftwerken in Wüstenregionen werden. Die DII will künftig die Analyse und Entwicklung solarthermischer Anlagen in den Wüsten Nordafrikas betreiben.
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| Universität Gießen |
Nicht ohne sichere politische Rahmenbedingungen
Solarthermische Kraftwerke bieten laut einer aktuellen Studie der Umweltorganisation neue industriepolitische Chancen für den Standort Deutschland: Heimische Unternehmen haben beim Bau der Anlagen mit einem Marktanteil von mehr als 30 Prozent weltweit eine Spitzenstellung. Durch eine internationale Nutzung dieser Technologie könnten in hiesigen Unternehmen zukünftig rund 250.000 Arbeitsplätze allein beim Bau der Kraftwerke entstehen. Böhling: „Deutsche Unternehmen haben das erforderliche Kapital und das technische Know-how, um sauberen Strom aus den Wüsten zu einem globalen Erfolgsmodell zu machen. Dies gilt gerade für Schwellenländer wie China und Indien, wo heute noch immer massenweise auf neue Kohlekraftwerke gesetzt wird.“
Greenpeace verlangt von der Bundesregierung, sichere politische Rahmenbedingungen für Investitionen in Übertragungsnetze und Solarkraftwerke zu schaffen. Dafür sollen Forschungsmittel und Fördergelder verstärkt von Kern- und Kohlekraftwerken in den Ausbau der Erneuerbaren Energien umgeleitet werden. Die Desertec Industrie Initiative soll gemeinschaftlich mit den Wüstenstaaten in Afrika und dem Nahen Osten vorgehen, neben solarthermischen Kraftwerken auch andere Erneuerbare Energien in das Konzept einbinden und von Beginn an die sozialen und ökologischen Folgen des Desertec Projekts für die Regionen berücksichtigen.
Kritiker werfen unterdessen den Initiatoren von „Desertec“ vor, die zu erwarteten Kosten künstlich herunterzurechnen und die praktischen Realisierungsmöglichkeiten beim Bau der benötigten Stromtrassen grob zu überschätzen. Auch sehen viele den Ausbau Erneuerbarer Energien in Europa gefährdet und befürchten eine neue Abhängigkeit von einzelnen Energiegroßkonzernen. Quelle: Greenpeace
Artikel vom: 14.07.2009 17:14
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