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Die schwedische Regierung hat den Vorsitz des Europäischen Rates übernommen. Ein Schwerpunkt ihres Arbeitsprogramms ist der Wandel der Europäischen Union hin zu einem ökoeffizienten Wirtschaftsraum. Welche Wege dahin beschritten werden müssen, skizziert eine wissenschaftliche Studie, die das renommierte Stockholmer Umweltinstitut im Auftrag der schwedischen Regierung erarbeitet hat.

Die Autoren um den schwedischen Wirtschafts- und Politikwissenschaftler Måns Nilsson beschreiben darin drängende Probleme wie den Klimawandel, die Wirtschafts- und Finanzkrise sowie die zunehmende Konkurrenz um knapper werdende Rohstoffe und argumentieren, dass aus diesen Krisen neue Chancen für Europas Wirtschaft entstehen können – wenn ihnen eine „integrierte Politikagenda“ entgegengesetzt wird.

Zentrales Element dieser Agenda muss nach Ansicht der Autoren ein effizienterer Umgang mit natürlichen Ressourcen und Energie sein. Energieeffizienz sei die „Essenz einer ökoeffizienten Wirtschaft“, heißt es in der rund 60 Seiten starken Studie. Erreichen ließe sie sich etwa durch strengere Verbrauchsvorgaben für Gebäude oder Haushaltsgeräte. Sinnvoll sei auch das sogenannte Energie-Contracting, bei dem Dienstleister die Energieversorgung eines Gebäudes übernehmen und für den Vertragszeitraum Einsparungsgarantien geben. In Berlin etwa wurden dadurch laut Studie allein zwischen 1996 und 2002 rund 100.000 Tonnen Treibhausgase vermieden.

Die Umweltexperten drängen daneben zu einer ambitionierteren Förderung von Umwelt- und Klimaschutztechnologien. Das sei insbesondere in den Sektoren Transport und Energie – die heute noch überproportional zur Erderwärmung beitragen – dringend geboten. Als Beispiele führen sie unter anderem die Unterstützung der CO2-Abscheidung und -Speicherung und die Weiterentwicklung von Biotreibstoffen der zweiten Generation an. Um Unternehmen Anreize für Investitionen in diese Technologien zu geben, werben die Autoren zudem für die Festsetzung eines globalen Preises für das Klimagas CO2. Kohlendioxid würde dadurch ein handelbares Gut, was, so die Autoren, „unvermeidlich“ sei, um „langfristig eine globale ökoeffiziente Entwicklung zu erreichen“.

Die schwedische Regierung will die Studie als „Ausgangspunkt“ für weitere Diskussionen nutzen. Eine ökoeffiziente Wirtschaft böte der EU die Chance, „die Erderwärmung und die Wirtschaftskrise zusammen anzugehen und gleichzeitig neue ‚grüne‘ Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte die schwedische Ministerin für Unternehmen und Energie, Maud Olofsson, anlässlich der Veröffentlichung der Studie. Auch in ihrem Arbeitsprogramm für den Ratsvorsitz räumt die schwedische Regierung dem Thema Ökoeffizienz prominenten Platz ein: Ihre Ambition sei es, für ein Wirtschaftssystem zu werben, das Wachstum, Ökologie und Klimaschutz vereint.

„Die schwedische Regierung wird in den nächsten sechs Monaten viel zu beweisen haben“, kommentierte John Hontelez, Generalsekretär des Europäischen Umweltbüros EEB, dem europäischen Dachverband von rund 150 Umweltschutzorganisationen. Jetzt komme es darauf an, diesen Ambitionen konkrete Initiativen folgen zu lassen, etwa den Einstieg in eine EU-weite ökologische Steuerreform. In den eigenen Grenzen, so Hontelez, habe Schweden bereits Führungswillen bewiesen, zum Beispiel bei der Entkopplung der CO2-Emissionen vom Wirtschaftswachstum.
Der Project Report - 2009: A European Eco-Efficient Economy. Governing climate, energy and competitiveness kann heruntergeladen werden vom Stockholm Environment Institute.

Quelle: Rat für Nachhaltige Entwicklung

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Artikel vom: 24.07.2009 08:56
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