SEKUNDÄR-ROHSTOFFE konnte einen ausgesprochenen Experten und fundierten Branchenkenner für ein Interview gewinnen: Otto Heinz, Präsident des Verbandes der Bayerischen Entsorgungsunternehmen e. V. (VBS) beantwortet die Fragen der SR-Leser zum Reizthema „Re-Kommunalisierung“ und anderen drückenden Problemen im Freistaat.
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| Kommunalunternehmen des Landkreises Bad Kissingen |
In der Tat nimmt Bayern historisch gesehen eine Vorreiterrolle in der Umweltpolitik ein. Zwei Beispiele: Das Bayerische Umweltministerium, das 1970 gegründet wurde, war das erste Umweltministerium der Welt. Ferner setzte Bayern früher als andere auf thermische Behandlung statt Deponierung. Heute beträgt die Verwertungsquote für Abfälle in Bayern 71,3 Prozent – ein Spitzenwert im nationalen wie internationalen Vergleich. Durch stoffliche Verwertung und thermische Behandlung vermeidet die Entsorgungswirtschaft in Bayern jährlich umgerechnet etwa 13 Millionen Tonnen CO2 und trägt so zum Klimaschutz bei.
Leider existiert auch in Bayern ein verschärfter Wettbewerb in der Entsorgungsbranche, der immer mehr über die Senkung von Vergütungs- und Ökostandards, zum Beispiel den Einsatz veralteter Fahrzeuge, betrieben wird. Daher unsere VBS-Initiative zusammen mit dem Bayerischem Landkreistag, dem Bayerischem Städtetag und dem Auftragsberatungszentrum Bayern für Qualitätsstandards bei öffentlichen Ausschreibungen in der Entsorgungsbranche.
Das große bundesweite Interesse an unserer Initiative zeigt, dass hier Handlungsbedarf besteht.
Auf welche neuen Anforderungen muss sich die Branche künftig einstellen?
Die Zukunft liegt im Wandel vom Entsorger hin zum Sekundär-Rohstofflieferanten für die Industrie. Dieser Wandel betrifft die Branche, die sich auf die damit verbundenen Anforderungen einstellen muss. Aber auch die Politik ist gefordert: Sie muss entscheiden, wen der Staat durch geeignete Rahmenbedingungen in die Lage versetzt, die Industrie durch ein System aus Erfassung, Logistik, Aufbereitung und Vermarktung von Rohstoffen mit den für sie lebensnotwendigen Ressourcen zu versorgen. Diese für die weitere Entwicklung unserer Volkswirtschaft entscheidende Aufgabe ist nach unserer Auffassung nicht Sache öffentlicher Körperschaften, sondern der freien Wirtschaft. In einem entstehenden komplexen Rohstoffmarkt werden nur Wirtschaftsunternehmen ihre Prozesse, Preise und Qualitäten unter dem Druck des Wettbewerbs zum Vorteil der Kunden kontinuierlich verbessern.
Lesen Sie mehr in der SEKUNDÄR-ROHSTOFFE Ausgabe 08/2009, Seite 9 ... Quelle: SEKUNDÄR-ROHSTOFFE
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Artikel vom: 30.07.2009 10:26
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