„Die Verantwortlichkeiten sind klarer zu regeln“, meint Ullrich Didszun, Vorsitzender des Fachverbandes Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling im Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse), mit Blick auf die Recyclingpraxis. Die EU-Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE: Waste Electrical and Electronic Equipment) musste in Deutschland bis zum 13. August 2004 in nationales Recht umgesetzt sein und trat in Form des ElektroG am 24. März 2005 in Kraft.
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| Ludwig Paul, Servicebetrieb Bau und Stadtgrün, Stadt Schweinfurt |
Mittlerweile hat die EU-Kommission eine WEEE-Novelle vorgelegt, mit der niedrigere Bürokratiekosten, höhere Effizienz und Umsetzung in Europa sowie geringere Umweltauswirkungen durch die Sammlung, Behandlung und Verwertung der Altgeräte erreicht werden sollen. Dabei will die Kommission die Sammelquote von derzeit vier Kilogramm pro Einwohner und Jahr auf 65 Gewichtsprozent der zuvor in Verkehr gebrachten Geräte ab 2016 anheben. Die Verwertungs- und Recyclingquoten sollen – abhängig von der Gerätekategorie – pauschal um jeweils fünf Prozent steigen.
Wie Ullrich Didszun den Markt für das Elektro(nik)schrottrecycling beurteilt und was er zum Thema Schrott zu sagen hat, lesen Sie in diesem SR-Interview.
Hat sich der Markt mit Einführung des ElektroG nachhaltig verändert?
Auf der Nachfrageseite ist in jedem Falle eine Konzentration zu verzeichnen. Gab es früher eine Vielzahl von Kunden aus dem kommunalen und gewerblichen Bereich, haben sich Stoffströme und Anfallstellen durch das ElektroG konzentriert. Da sich die nun verantwortlichen Hersteller auch zu Nachfragekonsortien zusammenschließen, sind die Möglichkeiten der Recycler, direkte Verträge zu erarbeiten und abzuschließen geringer geworden. Hinzu kommt, dass die Hersteller sogenannte „Systeme“, die unabhängig von eigenen Logistik- und Anlagenkapazitäten sind, bevorzugen.
Wie wirkt sich der harte Preiswettbewerb auf die Qualität des Recyclings aus?
Diese oben genannte Tendenz erhöht natürlich den Wettbewerbsdruck und den Druck auf die Dienstleistungspreise. Auch wenn bisher wirkliche Skandale ausgeblieben sind, da sich ein großer Teil der Branche weiterhin um gute Entsorgungsqualität bemüht, wird es zu negativen Qualitätsentwicklungen kommen ...
Lesen Sie mehr in der SEKUNDÄR-ROHSTOFFE Ausgabe 08/2009, Seite 28 ... Quelle: SEKUNDÄR-ROHSTOFFE
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