München - Für die Entsorgungs- und Recyclingbranche ist die russische Föderation weiterhin ein Hoffnungsmarkt. Dies wurde beim dreitägigen Besuch einer Delegation bayerischer Unternehmer in Moskau Ende Juli einmal mehr deutlich. "Täglich landen in Russland etwa 20 Millionen Einwegverpackungen und sogar unzählige Autobatterien einfach im Hausmüll. Aus all diesen Stoffen lassen sich wieder wertvolle Rohstoffe gewinnen“, bilanzierte Achim Winter, Vorstandsvorsitzender der CCR Logistics Systems AG, München, der die Delegation begleitete und russischen Spitzenpolitkern beispielhafte CCR Projekte vorstellte.
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| © Kroll / Recyclingportal |
Gefragt ist Entsorgungstechnologie und Logistik Made in Germany. Noch fehlt es meist an gesetzlichen Regelungen, die die Verwertung von Abfall und Rohstoffen zwingend vorschreiben. Im privaten Bereich findet eine Mülltrennung der Verbraucher so gut wie nicht statt und ist für die nahe Zukunft auch kaum zu erwarten. Im gewerblichen Sektor setzt sich jedoch längst die Erkenntnis durch, dass sich mit wieder verwerten Rohstoffen nicht nur die Umwelt schützen sondern gutes Geld verdienen lässt. Die Rohstoffpreise für Metall und Kunststoffe dürften mit dem Wiedererstarken der Konjunktur als erste wieder in alte Höhe schnellen.
Die Themen Energieeffizienz und der sorgsamere Umgang mit Rohstoffen sind auch in Russland aktuell. „Wir müssen unsere Wärmeverluste bekämpfen!“, mahnte Moskaus Oberbürgermeister Jury Luschkow vor der bayerischen Delegation, und Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat für das ganze Land der Energieverschwendung den Krieg erklärt. Die bayerischen Unternehmer vernahmen dies mit erkennbarer Vorfreude, spielt doch die deutsche Umwelttechnologie eine weltweit führenden Rolle. Dem Thema Öko-Energie, Entsorgung und Recycling hatten die Gastgeber einen von insgesamt vier Workshops mit der bayerischen Delegation gewidmet
Trotz der aktuellen Krise dürfe man sich keineswegs entmutigen lassen und gerade jetzt auf den russischen Markt setzen, waren sich die Delegationsteilnehmer ausnahmslos einig. Nachhaltige persönliche Kontakte und dauerhaft gepflegte Geschäftsverbindungen zahlten sich aus, spätestens wenn die globale Konjunktur wieder besser läuft. Gerade bayerische Unternehmen haben dieses Erfolgsrezept schon einmal beherzigt. Im russischen Krisenjahr 1998 folgten Bayerns Unternehmer nicht der allgemeinen Kapitalflucht aus Russland. Daher konnten sie später deutlich am ökonomischen Aufschwung Russlands partizipieren. Auch wenn es Wachstumsraten von 40 oder 50 Prozent, über die sich manche deutsche Firmen bis vor kurzem in Russland freuen konnten, so bald nicht wieder geben dürfte.
"Man braucht einen langen Atem, nichts geht schnell. Wer in Russland Geschäfte machen will, muss bestens mit der Bürokratie und den Gepflogenheiten vor Ort vertraut sein und muss über die richtigen persönlichen Kontakte verfügen“, rät Winter allen, die in diesem großen Zukunftsmarkt Fuß fassen wollen.
Es ist damit zu rechnen, dass Russlands Markt für Umwelttechnologien und –ausrüstungen auf Jahre hinaus sehr hohe Wachstumsraten aufweist. Nur rund 40 Prozent des Geschäfts werden dabei von einheimischen Herstellern abgewickelt. Wichtigster Lieferant von Umwelttechnologien für die russische Entsorgungs- und Abfallwirtschaft ist Deutschland mit einem Marktanteil von über 20 Prozent. Es folgen Italien, Schweden und die USA. Quelle: CCR Logistics Systems AG
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