In Schweizer Haushalten liegen heute rund 14.000 ausgediente Handys weniger herum. Das ist das Ergebnis der ersten landesweiten Handy-Sammelaktion, die SWICO Recycling im Mai im Rahmen des nationalen Aktionstags der Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch initiiert hat. Der Erfolg ebnet den Weg für zahlreiche weitere Massnahmen und Aktionen, die die Sensibilisierung auf das Thema unterstützen. Ziel ist es, den Berg von schätzungsweise 8 Millionen alten Mobiltelefonen abzutragen, die immer noch irgendwo in den Schubladen verstauben, statt fachgerecht recycelt zu werden.
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| SR-Archiv |
Im Anschluss an den Aktionstag wurden die gesammelten Handys im Auftrag von SWICO Recycling gezählt und gewogen. Das Resultat: gute 1,715 Tonnen oder rund 14 000 Mobiltelefone haben ihren Weg in die Sammelbehälter gefunden. Mit der Bühlmann Recycling AG konnte zudem ein glücklicher Gewinner des Sonderpreises für Handy Recycling prämiert werden. Das Organisationskomitee der Recyclingfirma aus Münchenwiler erhielt einen Gutschein für einen Ausflug auf die Rigi.
Weitere Sensibilisierung nötig
Der erste Erfolg ist beachtlich. 14.000 Handys entsprechen immerhin etwa 70 Prozent der innerhalb von zwei Tagen der Aktion durchschnittlich verkauften Mobiltelefone. Angesichts von rund 8 Millionen* ungenutzten Altgeräten, die immer noch in den Schweizer Haushalten zu finden sind, nimmt sich dies jedoch wie der sprichwörtliche Tropfen auf dem heissen Stein aus. Gut 40 Prozent eines Handys lassen sich wiederverwerten - fast 400 Tonnen Material, das dem Recycling zugeführt werden könnte, um Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu schützen. Denn Handys enthalten neben den recyclebaren Rohstoffen auch Schadstoffe, die sicher entsorgt werden müssen.
SWICO Recycling setzt sich deshalb mit aller Kraft für die weitere Sensibilisierung der Bevölkerung ein. «Der schonende Umgang mit unseren Ressourcen ist zentral in der heutigen Konsumkultur», sagt Paul Brändli, Geschäftsführer SWICO Recycling. «Das Sammelresultat zeigt jedoch, dass es noch viel mehr Sensibilisierung braucht, bis sich die Leute daran gewöhnen, ihre ältesten Geräte der Umwelt zuliebe ins Recycling zu geben, statt sie zuhause zu horten.» Die geplanten Massnahmen sollen auf verschiedensten Ebenen greifen:
- In der Schule: In Zusammenarbeit mit Pusch hat SWICO Recycling ein Unterrichtsdossier für die Mittel- und Oberstufe zusammengestellt, das wertvolle Hintergrundinformationen rund um das Handy vermittelt, von der Produktion bis zur Entsorgung. Es kann bei SWICO Recycling unter http://www.swicorecycling.ch/handyrecycling bestellt oder kostenlos heruntergeladen werden.
- Im Handel: Gemeinsam mit den Netzbetreibern und dem Fachhandel engagiert sich SWICO Recycling dafür, dass bereits beim Kauf eines Handys klar wird, wo und wie das bisherige Gerät sinnvoll zu entsorgen ist.
- In den Gemeinden: Hier sind weitere Aktionen geplant, die die breite Öffentlichkeit mobilisieren und motivieren. SWICO beteiligt sich zudem an einer Recycling-Roadshow mit INOBAT (Interessenorganisation Batterieentsorgung). INOBAT verwaltet im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) die vorgezogene Entsorgungsgebühr (VEG), die Konsumentinnen und Konsumenten mit dem Kaufpreis von Batterien und Akkus entrichten. Ein spezieller INOBAT-Infobus tourt durch die Schweiz und informiert die Bevölkerung vor Ort. Neben Batterien können auch gebrauchte Handys abgegeben werden. Weitere Details und der Tourplan sind unter http://www.inobat.ch/index.php?id=163 im Internet zu finden.
- In den Medien: Mit umfassenden und stets aktuellen Informationen zum Thema.
Weitere Informationen
http://www.swicorecycling.ch/handyrecycling
*) Ein Handy ist im Schnitt sieben Jahre gebrauchsfähig. Dennoch schaffen sich die meisten Schweizerinnen und Schweizer alle 12 bis 18 Monate ein neues Gerät an. Die Folge: In den Haushalten liegen rund 8 Millionen Handys ungebraucht herum. Dabei würde ihre Rückgabe Ressourcen schonen und wäre von grossem Nutzen für die Umwelt. Denn Handys enthalten nicht nur viele wieder verwertbare Edelmetalle und Glas, sondern auch Schadstoffe, die sicher entsorgt werden müssen. Rund 40 Prozent eines Handys lassen sich der stofflichen Verwertung zuführen. Aktuelle Zerlegeversuche ergeben folgende Zusammensetzung: 56 Prozent Kunststoffe, 25 Prozent Metalle, 16 Prozent Glas und Keramik, 3 Prozent Sonstige. Handys weisen zudem eine hohe Konzentration an wieder verwertbaren Edelmetallen auf, etwa Kupfer, Aluminium, Eisen, Silber und Gold. SWICO Recycling setzt sich dafür ein, dass Handy Recycling so selbstverständlich wird wie das Sammeln und Recyceln von Altpapier. Quelle: SWICO Recycling
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Artikel vom: 17.08.2009 08:41
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