Dübendorf, St. Gallen, Thun (Schweiz) - Am 21. August 2009 wurde zwischen dem Umweltminister von Peru, Antonio Brack, und der Schweizer Wirtschaftsministerin Doris Leuthard ein Abkommen unterzeichnet, das die Zusammenarbeit der beiden Länder auf diesem Gebiet festlegt. Parallel zu einem ähnlichen Vorhaben in Kolumbien will das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO in den nächsten zweieinhalb Jahren verschiedene private und öffentliche Partner in Peru im Aufbau eines umweltverträglichen Recyclings von Elektroschrott unterstützen. Das Projekt erfolgt im Rahmen der Strategie des SECO, die Zusammenarbeit mit dem Schwerpunktland Peru mittelfristig auf rund 15 Mio. CHF pro Jahr zu erhöhen. Dabei sollen insbesondere Umwelttechnologien und der Klimaschutz gefördert werden. Geleitet wird das Projekt von der Empa, die in Kolumbien und Peru bereits verschiedene umwelttechnische Projekte realisiert hat.
Ein Ziel der vereinbarten Zusammenarbeit ist es, die durch einen unsachgemässe Behandlung mögliche Freisetzung toxischer Substanzen aus Batterien, Isoliermaterial oder Bildschirmen zu minimieren, um die Gesundheit der Arbeitenden und die Umwelt zu schützen. Zudem eröffnet das Recycling von Elektroschrott neue Geschäftsmöglichkeiten und schafft wertvolle Arbeitsplätze im Bereich der Rückgewinnung und Nutzung der im Elektroschrott enthaltenen wertvollen Materialien. Die Arbeiten werden von verschiedenen Forschungsprojekten begleitet, welche die spezifischen Gegebenheiten in den beiden Ländern untersuchen und geeignete Recyclingmethoden identifizieren sollen. Das Abkommen wurde von Bundesrätin Doris Leuthard und vom peruanischen Umweltminister, Antonio Brack, anlässlich eines Schweiz-Besuchs unterzeichnet, bei dem sich Brack unter anderem an der Empa über neuste Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich Ressourceneffizienz und Ökobilanzen informierte, so etwa über eine derzeit laufende Studie, die das Potenzial und die Ökobilanzen verschiedener peruanischer Biotreibstoffe ermittelt. "Was die Empa auf dem Gebiet der Biotreibstoffe in Peru leistet, ist enorm wichtig für uns - nämlich die wissenschaftlichen Grundlagen für politische Entscheidungen zu erarbeiten", zeigte sich Brack beeindruckt.
Durch die Verwertung der etwa in Leiterplatten enthaltenen Edelmetalle können zudem internationale Geschäfts- und Handelsbeziehungen aufgebaut werden. Wie bereits in China, Indien und Südafrika werden die Träger des Schweizer Elektroschrottsystems, allen voran SWICO Recycling und SENS, aber auch international tätige Schweizer Recyclingfirmen in das Projekt eingebunden. Über die internationale Plattform "StEP - Solving the e-Waste Problem", an der verschiedene UN-Institutionen, multinationale Konzerne wie HP, Dell, Cisco und Microsoft sowie Forschungsinstitutionen und Verwaltungsstellen beteiligt sind und in der das SECO und die Empa als Gründungsmitglieder fungieren, ist gewährleistet, dass die Massnahmen in Peru den weltweiten Technologietransfer verstärken.
Weitere Informationen unter admin.ch.
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