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Münster - Zurzeit gilt das Interesse von Prof. Dr. Mathias Uhl drei riesigen Rohren, die auf dem Gelände des Außenlabors am Fachhochschulzentrum liegen. Gemeinsam mit seinem Team forscht der Bauingenieur hier an Verfahren, mit denen sich Schadstoffbelastungen aus Niederschlagsabflüssen prüfen lassen. Uhl ist Leiter des Labors für Wasserbau und Wasserwirtschaft an der Fachhochschule Münster.

Mitarbeiter am Prüfverfahren-Projekt
Copyright: FH Münster
Anlagen zur Reinigung der Abflüsse gibt es bereits. „Was fehlt, sind Prüfverfahren, die zuständige Behörden für die Zulassung dieser Systeme verwenden können", sagt Uhl. Dabei sei dieses Thema hochrelevant für den Umweltschutz. „Regen löst winzige Partikel etwa von Dächern oder asphaltiertem Gelände", erklärt der Wissenschaftler das der Forschung zugrunde liegende Problem. Fließe dieses ungefiltert in ein Gewässer ein, könne dies darin beheimate Organismen erheblich schädigen. „Vor allem Kupfer wirkt stark toxisch auf Kleinstlebewesen und Fische." Stürben sie, gerate das ökologische System des Sees oder Flusses aus dem Gleichgewicht.

Zu Uhls Team gehören auch drei Studenten, die ihre Bachelorarbeit über das Thema schreiben. Jeder von ihnen ist für eines der Rohre, in dessen Inneren die Verunreinigungen aus dem Niederschlag getrennt werden, zuständig. „Wir lassen Wasser durchfließen und setzen Quarzmehl hinzu", vereinfacht Sechstsemester David Schymczyk den Versuchsaufbau. Dieses weiße Pulver stelle Verschmutzungen dar. Wie viel davon und vor allem in welcher Partikelgröße das System verlässt, das gibt den angehenden Bauingenieuren Aufschluss über den Wirkungsgrad der Anlage. „Bei Problemen müssen wir immer wieder kreative Lösungen finden", sagt Jan Gerd Tenbeitel.

Die Deutschen Bundesstiftung Umwelt finanziert das Projekt, an dem neben Uhl parallel auch Wissenschaftler der Universitäten in Kaiserslautern und Karlsruhe sowie der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall forschen. In regelmäßigen Treffen tauschen sich die Experten aus. „Eine sehr fruchtbare Arbeit", so Uhl. „Noch rund vier Monate wird es dauern, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind." Bis das Verfahren endgültig etabliert sei, würden jedoch noch bis zu zwei Jahren vergehen, schätzt der Bauingenieur.

Quelle: Fachhochschule Münster

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Artikel vom: 02.09.2009 11:05
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