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Bonn - Seit gestern sind die Finanzmittel aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung in Höhe von 5 Milliarden Euro zur Förderung des Abwrackens von über 9 Jahre alten PKW ausgeschöpft, hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mitgeteilt. Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. zieht für die Altfahrzeugbranche "eine überwiegend positive Bilanz“, erklärte Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.

Altauto-Schrott
Foto: Pixelio / M. Hauck
Die Auszahlung der Prämie war eng an die Altfahrzeugverordnung und dem von den zertifizierten Demontagebetrieben auszustellenden Verwertungsnachweis gekoppelt, sodass die Betriebe eine bisher nicht gekannte Menge insbesondere qualitativ hochwertiger Altfahrzeuge zur Verwertung erhalten haben.

Problematisch war und ist die Tatsache, dass sich seit Februar die bei den Demontagebetrieben ankommende Menge an Altfahrzeugen vervierfacht hat. Während sie bisher rund 540.000 Altfahrzeuge pro Jahr zu verarbeiten hatten, sehen sie sich nun innerhalb einer kurzen Zeit einer Menge von über 2 Millionen Fahrzeugen gegenüber, die in den vorhandenen Kapazitäten nicht zeitnah verarbeitet werden können. „Die zertifizierten Demontagebetriebe arbeiten am Limit. Die Bewältigung der Altfahrzeug-Flut ist ein hartes Stück Arbeit“, betonte Rehbock.

Daher waren und sind die meisten Demontagebetriebe gezwungen, sich zusätzliche Lagerkapazitäten zu beschaffen, was nur über die Duldung bzw. mit Unterstützung der zuständigen Genehmigungsbehörden möglich ist. Außerdem musste die Branche auf den mit den Förderanträgen verbundenen hohen bürokratischen Aufwand mit einer entsprechenden Aufstockung des Personals begegnen. Dennoch war die kostenlose Annahme der Altfahrzeuge immer gewährleistet.

Den zusätzlichen Kosten durch die Prämie standen bisher keine entsprechenden Erlöse gegenüber. Durch die Weltwirtschaftskrise sind im ersten Halbjahr die Preise für Fe- und NE-Schrotte sowie Teile auf ein kaum kostendeckendes Niveau gesunken. Für das zweite Halbjahr sieht die Erlössituation allein durch die zunehmende Stahlproduktion und deren ansteigendem Schrottverbrauch erheblich positiver aus. Für November rechnet die Branche mit dem größten Ansturm an Altfahrzeugen, weil dann viele Neufahrzeuge ausgeliefert werden.

Die letzten Altfahrzeuge aus dem Konjunkturprogramm werden wohl Mitte des kommenden Jahres die Demontagebetriebe erreichen.

In der momentanen Altfahrzeugflut sieht die Altfahrzeugbranche ihr Kapital für das kommende Jahr, denn der Neufahrzeugabsatz und damit der Zulauf an Altfahrzeugen wird im nächsten Jahr spürbar abnehmen.

Die Branche hofft aber, dass das Altfahrzeuggeschäft nicht wieder die Dimensionen wie vor der Abwrackprämie annimmt, als nämlich ein großer Teil der Altfahrzeuge als Gebrauchtwagen in Drittländer exportiert und den hiesigen zertifizierten Demontagebetrieben entzogen wurde.

Der bvse fordert daher, dass der gesetzlich vorgeschriebene Verwertungsnachweis auch über das Konjunkturprogramm hinaus seine vorgesehene Funktion behält und Altfahrzeuge dort verwertet werden, wo dies unter Einhaltung der gesetzlichen und vor allen Dingen umweltrelevanten Vorschriften geschieht.

Quelle: Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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Artikel vom: 03.09.2009 12:15
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