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Berlin/Düsseldorf - Sekundärrohstoffe bilden eine tragende Säule der Rohstoffversorgung der europäischen Industrie. So beruhte z. B. im Jahr 2008 die Rohstahlerzeugung der Europäischen Union mit 197,8 Mio. Tonnen zu etwas mehr als 56 Prozent auf dem Einsatz des Sekundärrohstoffes Stahlschrott. Er sei damit bereits der wichtigste Stahlrohstoff in der Europäischen Union. Das sagte Jürgen Karle, Präsident der BDSV, beim diesjährigen Dow-Jones-Stahltag am 8. September in Frankfurt zum Thema „Stahlschrott – Ein Beispiel für ressourceneffizientes Wirtschaften“.

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Gerade vor dem Hintergrund der ökologischen Vorteilhaftigkeit des Stahlrecyclings in Bezug auf die Rohstoff-, Energie- und CO2-Einsparung, die mehr oder weniger auch für das gesamte Metallrecycling gelte, müsse nach Ansicht von Jürgen Karle alles politisch Mögliche getan werden, um die Rahmenbedingungen zur Nutzung sekundärer Rohstoffe zu verbessern. Dazu gehöre vor allen Dingen, dass der illegale Abfluss von Altfahrzeugen und Elektroaltgeräten unterbunden werden müsse. Er begrüße es sehr, dass vor Kurzem auch der BDI diese Forderung erhoben habe.

Wenn normalerweise von jährlich etwa 3 Mio. stillgelegten Fahrzeugen nur ca. 20 Prozent in Deutschland bei uns verwertet würden, dann bedeutet dies einen erheblichen Verlust an Wertschöpfung in den hiesigen Demontage- und Schredderanlagen. Mit großer Sorge sehe man daher, dass nach dem Auslaufen der Abwrackprämie, deren Auszahlung an die Ausstellung eines Verwertungsnachweises gebunden sei, der Export von stillgelegten Fahrzeugen als „Gebrauchtwagen“ in Länder mit niedrigeren Standards wieder ansteigen werde. Jürgen Karle: „Wir stellen fest, dass es vor allem die alten „Stinker“ sind, die den Markt verlassen. Pkws und Lkws ohne geregelten Katalysator bzw. ohne Einhaltung der Euro-1-Norm sollten aus unserer Sicht auch in anderen Ländern keine Zulassung mehr erhalten, denn die Reduzierung von CO2 -Treibhausgasen ist eine weltweite Herausforderung, die energisch angegangen werden sollte. Hier müssen Zeichen gesetzt werden.“

Eine Möglichkeit, vorwiegend illegale Exporte zu verhindern, könne also nur darin bestehen, konkrete rechtsverbindliche Begriffe für „Altfahrzeuge“ und „Gebrauchtwagen“ zu finden, um den Export besser überwachen zu können. Man sehe als es vordringlich an, eine geordnete Entsorgung von Altfahrzeugen zu sichern. Hier sei es hilfreich, wenn eine praxisgerechte Lösung für eine Nachfolgeregelung der Abwrackprämie gefunden werden könnte.

Abschließend stellte Jürgen Karle heraus, dass man die Abwrackprämie insgesamt als positiv einschätze. Dies gelte auch aus der Sicht des Umweltschutzes. Vergessen dürfe man aber nicht die große Kraftanstrengung der Demontagebetriebe. So sei der enorme Ansturm von Altfahrzeugen mit dem Anmieten zusätzlicher Lagerflächen und einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden. Bei fallenden Rohstoff- und Ersatzteilpreisen im ersten Halbjahr konnte in der Regel kein positiver Ertrag erzielt werden. Im zweiten Halbjahr gehe man aufgrund höherer Rohstoffpreise von einer Verbesserung der Erlössituation aus.

Quelle: BDSV – Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V.

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Artikel vom: 08.09.2009 15:02
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