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Witten/Herdecke - Wissenschaftler der Universität Witten/Herdecke entwickeln einen neuartigen Baustein namens "EcoBrick". Er soll mit Energie und Reststoffen aus der Abwasserklärung hergestellt werden. Dadurch spart er bei der Herstellung mehr als 50 Prozent Energie und 10 Prozent Rohstoffe gegenüber konventionellen Bausteinen. Gleichzeitig sinken die Wärmeverluste gegenüber Kalksandsein oder Ziegelstein um mehr als 20 Prozent, so dass sich der Energieverbrauch für die Gebäudeheizung reduziert.

Traditionelle Ziegel
Foto: Pixelio / Egon Häbich
EcoBrick ist nicht nur für Deutschland interessant, sondern mehr noch für die europäischen Beitrittsstaaten und Schwellenländer weltweit. Dort boomt einerseits der Bausektor, und gleichzeitig existiert noch keine geordnete Abwasserentsorgung oder Klärschlammbehandlung.

Bisher scheiterte die Rohstoff sparende Beimengung von Recyclingstoffen zu Ziegeln aus Ton, Beton oder Kalksandsteinen: Der Wasseranteil der Beimengung erhöhte den Energieverbrauch beim Brennen enorm oder die Zuschlagstoffe störten die chemische Reaktion beim Abbinden. Der technologische Durchbruch wurde durch eine Erfindung am Institut für Umwelttechnik und Management der Universität Witten/Herdecke erzielt. Anstatt das Recyclingmaterial direkt bei der Herstellung von Kalksandstein aus Sand, Kalk und Wasser einzumischen, wird erst ein Granulat aus schadstofffreiem, vorbehandeltem Klärschlamm mit Kalk und Sand produziert. Dieses Granulat kann dann im Kalksandstein verteilt werden, so dass sich die Produktqualität nicht verschlechtert. Farbe und Festigkeit sind nur unwesentlich verändert, ähnlich wie bei gutem Recyclingpapier.

"Natürlich waren wir alle begeistert, als die ersten Prototypen aus dem Labor so gut aussahen", so Professor Dr. Karl-Ulrich Rudolph vom Umweltinstitut an der Universität Witten/Herdecke. "Trotzdem wird es noch ein langer Weg sein, bis wir die grosstechnische Umsetzung unter industriellen Bedingungen getestet, optimiert und demonstriert haben".

Das Umweltinstitut an der Universität Witten/Herdecke wird dabei durch das EU-Programm "EU-LIFE+" mit 3,3 Mio. Euro gefördert.

Quelle: Private Universität Witten/Herdecke gGmbH

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Artikel vom: 10.09.2009 09:35
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