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Die dezentrale Bioenergienutzung soll nach dem Willen der chinesischen Regierung weiter ausgebaut werden. So sieht das nationale Biogas-Entwicklungskonzept vor, bis zum Jahr 2020 bis zu 70 Prozent der ländlichen Haushalte mit Biogas auszustatten. Die Erzeugung von Biogas, gerade in kleinen, dezentralen Einheiten, hat in China eine jahrzehntelange Tradition. Im vergangenen Jahr kochte etwa jede zehnte Familie in den ländlichen Regionen Chinas mit Biogas. Den umweltfreundlichen Brennstoff erzeugten zum überwiegenden Teil die 18 Millionen autarken Haushaltsanlagen in kleinstem Maßstab. Hinzu kamen 1,4 Millionen Haushalte, die von größeren Einheiten über 700 Verteilernetze mit Biogas als Kochenergie versorgt wurden.

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Seit einigen Jahren wird das energiereiche Abbauprodukt in China verstärkt auch zur Stromerzeugung genutzt. "Besonders gefragt sind Biogas-Kraftwerke mit Kapazitäten von über 500 kW installierter elektrischer Leistungen", weiß der deutsche Bioenergie-Experte Heinz-Peter Mang der als vom Centrum für Internationale Migration und Entwicklung (CIM) geförderter Berater für Bioenergie und nachhaltiges Sanitärmanagement an der Universität für Wissenschaft und Technik in Beijing tätig ist. Hintergrund ist die Behandlung großer Mengen von Abfällen, Abwässern und Schlämmen, zum Beispiel aus der industriellen Tierhaltung, aus kommunalen Kläranlagen oder der städtischen Abfallsammlung.

Angekurbelt werden Biogas-Großprojekte im Reich der Mitte zudem durch die Förderung als Klimaschutzmaßnahmen und die Mechanismen des weltweiten Emissionshandels. So wurden in den Jahren 2008 und 2009 in China bisher vier große Biogas-Kraftwerke mit elektrischen Leistungen zwischen einem und drei Megawatt in Betrieb genommen. Nach Informationen von Mang sind derzeit 90 weitere Projekte mit jeweils über einem Megawatt Leistung im Bau oder in der Planung. Der langfristige Markt wird auf 7.000 solcher Anlagen geschätzt.

Allerdings gibt es in China momentan noch eine Reihe von Hindernissen für den erfolgreichen Betrieb von Biogasanlagen. "Ein Hauptproblem ist, dass die Politik in China gegenwärtig die Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen nicht ausreichend unterstützt", sagt Mang. "Gefördert wird gezielt der Bau und weniger der wirklich erfolgreiche Betrieb von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. So gibt es kaum spezifische Anreize für die Produktion und Nutzung von Biogas und seinen Restprodukten. Auch wird die gesamte, bei der Biogaserzeugung entstehende Produktpalette aus Gas, Strom, Wärme und Dünger nicht optimal vermarktet. In Punkto Technologie mangelt es den chinesischen Biogas-Planungs- und Bauunternehmen häufig an Sachkompetenz, was die Innovationspotenziale beschränkt. Außerdem werden speziell Großanlagen vor dem Hintergrund der hohen Preiskonkurrenz oft mit kurzlebigen Technikkomponenten und Baumaterialien gebaut."

Generell liegt die Entwicklung von effizienten und Energie optimierten großen Biogasanlagen nach Einschätzung von Mang noch immer sieben bis zehn Jahre hinter dem deutschen Stand der Technik zurück. Dies eröffnet deutschen und anderen ausländischen Unternehmen eine Reihe von Geschäftsmöglichkeiten. Aussichtsreich erscheinen zum Beispiel generelle Dienstleistungen für Anlagenbetreiber, die Lieferung von Zubehörteilen sowie von Mess- und Regeltechnik, die Entwicklung hocheffizienter Fermentationstechnologien, die Einführung von neuen Materialien für Reaktorbau und Gasspeicher, Komponenten zur Hochdruck-Biogasspeicherung, Blockheizkraftwerke mit effizienter Wärmenutzung sowie Ausbildungsangebote im Bereich der Technologieentwicklung.

Eine Gelegenheit, sich über den Markt für Umwelttechnologien generell und im Speziellen auch über die Besonderheiten des Biogas-Geschäfts in China zu informieren, bietet die Umweltmesse IFAT CHINA + EPTEE + CWS, die vom 5. bis 7. Mai 2010 in Shanghai stattfindet.

Weitere Informationen sind unter ifat-china.com und eptee.com erhältlich.

Quelle: ifat-china.com

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Artikel vom: 17.09.2009 09:36
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