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Berlin / Gießen - Mit Sorge sehen der BAV und der VHI die Anstrengungen des Bundesumweltministeriums, mittels seines Marktanreizprogrammes den Ausbau der Nutzung von Holz und Altholz als Biomasse zur energetischen Nutzung über den bisher erreichten Status hinaus weiter zu forcieren.

Kaminholz
Foto: Pixelio / Rainer Sturm
Die Mitglieder des Bundesverbandes der Altholzaufbereiter und -verwerter e. V. (BAV) verarbeiten über 80% des deutschen Altholzes und verwerten dieses zu ca. 80 Prozent energetisch und zu ca. 20 Prozent stofflich. Der Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI) vertritt über 70 Prozent der Hersteller von Holzwerkstoffen.

Ulrich Schieferstein, Vorstandsmitglied des BAV, weist darauf hin, dass die jüngst veröffentlichten Prognosen des Deutschen Biomasse-Forschungszentrums (DBFZ) bereits für 2020 eine Unterdeckung von knapp 20 Prozent der benötigten Holzmenge gegenüber der dann zur Verfügung stehenden Holzmasse voraussagen. Die Prognosen berücksichtigen dabei bereits die Mobilisierungsreserven aus dem Wald ebenso wie die voraussichtliche Verbrauchssteigerung u. a. bedingt durch den weiteren Ausbau von Anlagenkapazitäten im Bereich der energetischen Nutzung von Holz als Biomasse. Diese Aussage wird selbst vom Bundesverband BioEnergie (BBE) nicht bestritten, der deshalb mit seinem Forderungskatalog vom 24. September 2009 eilfertig die Förderung von Kurzumtriebsplantagen fordert, die die prognostizierte Deckungslücke schließen sollen.

Dr. Peter Sauerwein, Geschäftsführer des VHI, weist darauf hin, dass die einseitige Förderung der Holzenergie-Potentiale von Kurzumtriebsplantagen – ohne Vorrang der stofflichen Verwertung - sinnlos ist.

Aus diesem Grund halten BAV und VHI die vom BBE propagierte Strategie für enorm risikobehaftet und zwar nicht nur im Sinne der Verbraucher, die heute möglicherweise angehalten werden, für die Zukunft auf den falschen Brennstoff zu setzen. Und sie befürworten, dass die bisherige Bundesregierung durch den Aktionsplan zur stofflichen Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen den dringend notwendigen Ausgleich schafft, um eine Nutzungskonkurrenz, wie bei den biogenen Treibstoffen bereits geschehen, möglichst schnell aufzulösen.

Der Vorsitzende des BAV Uwe Groll fordert außerdem von der neuen Bundesregierung, die zusätzliche Förderung der unmittelbaren energetischen Nutzung von Holz kritisch zu hinterfragen und zusätzlich Maßnahmen zu ergreifen, um insgesamt die stoffliche Nutzung von Holz weiter voran zu bringen und dem Recycling entgegenstehende Regelungen und Vorschriften zu reduzieren und zukünftig zu vermeiden. Vorrangig sei die stoffliche Nutzung von Holz und hochwertigen Altholzqualitäten, die sinnvolle energetische Verwertung stehe dann am Ende der Nutzungskette.

Quelle: Bundesverband der Altholzaufbereiter und -verwerter / Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie

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Artikel vom: 06.10.2009 10:12
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