Leverkusen - Neue Verfahrens- und Materialentwicklungen für die Substitution von Metallen und neue Werkstoffe mit einem hohen Anteil an Rezyklat stehen im Mittelpunkt des Auftritts von Lanxess auf der FAKUMA. "Diese Innovationen rund um die Polyester Pocan und Polyamide Durethan helfen Verarbeitern, Kosten und Bauteilgewicht einzusparen, die Produktivität zu erhöhen und nachhaltige Produkte zu fertigen", erklärt Lars Kraus, Leiter des Technical Marketing Services in der Lanxess Business Unit Semi-Crystalline Products. Die "Internationale Fachmesse für Kunststoffverarbeitung“ (FAKUMA) findet vom 13. bis 17. Oktober 2009 in der Messe Friedrichshafen statt.
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Nachhaltig und ressourcenschonend produzierte Bauteile sind besonders in der Automobilindustrie gefragt. Lanxess hat deshalb die neue Produktreihe "Eco", deren Vertreter einen definierten Anteil an Rezyklat-Material enthalten, auf nunmehr sechs Varianten erweitert. Ein neues Polybutylenterephthalat (PBT) ist beispielsweise Pocan Eco BF 4930, das mit 30 Prozent Glasfasern verstärkt ist und zu 90 Prozent aus Pre-Consumer-Rezyklat besteht. Das Material ist für Bauteile mit unkomplizierten Geometrien wie etwa einfache Gehäuse mit Wanddicken von mehr als 1,5 Millimeter ausgelegt. Es ergänzt Pocan Eco T 3240 und Pocan Eco T 3230, die aus PBT und einem rezyklierten Post-Consumer-PET hergestellt werden. Diese beiden Werkstoffe zeigen ein Eigenschaftsniveau wie vergleichbare Neuware und sind zur Produktion von Premium-Fertigteilen, etwa für "Weiße Ware", maßgeschneidert.
Neu ist auch Durethan PAGF30, das wechselnde Anteile von Polyamid 6 und 66 enthält. Das mit 30 Prozent Glasfasern verstärkte Material eignet sich in erster Linie für Anwendungen, bei denen Schwankungen der Materialeigenschaften von Partie zu Partie hinnehmbar sind. "Erste Bemusterungen unserer Eco-Typen sind bei Kunden bereits sehr erfolgreich verlaufen, was uns bestärkt hat, diese Produktreihe auszubauen", so Kraus.
Hochgefülltes Polyamid und PBT als Blechersatz
Ein Schwerpunkt der von Lanxess ausgestellten Exponate liegt auf Bauteilen, bei denen Metall erfolgreich durch hochverstärkte und daher sehr steife Thermoplaste substituiert werden konnte. "Dank unserer EasyFlow- und XtremeFlow-Technologie können wir solche Werkstoffe trotz hoher Füllstoffgehalte mit einer guten Fließfähigkeit ausstatten, so dass auch große Bauteile mit komplexen Geometrien wirtschaftlich in dünnen Wanddicken umsetzbar sind", so Kraus. Zum Beispiel wird eine große, rund einen Meter lange Tintenwanne für eine Druckmaschine gezeigt, die statt aus Stahlblech nun aus dem mit 60 Prozent Glasfasern gefüllten Polyamid 6 Durethan DP BKV 60 H2.0 besteht. Durch den hohen Gehalt an Glasfasern lässt sich das Bauteil nahezu ohne Verzug fertigen und ist deshalb - wie gefordert - sehr plan.
Exponatbeispiel für ein hochverstärktes Polyamid 66 ist ein Kühlwasserverteiler für verschiedene Ford Sigma-Motoren, mit denen unter anderem der Ford Fiesta ausgestattet wird. Das Bauteil besteht aus Durethan DP AKV 50 HR H2.0. Dieser mit 50 Prozent Glasfasern verstärkte Werkstoff ist mit einem E-Modul von 10.600 MPa um rund ein Drittel steifer als ein vergleichbares Standard-Polyamid 66 mit 30 Prozent Glasfaserfüllung. Dadurch ist es möglich, die Zündspule am Kühlwasserverteiler über eine integrierte Aufnahme zu befestigen. Die hohe Steifigkeit, Festigkeit und Zähigkeit des Materials sorgen dafür, dass sich der Kühlwasserverteiler im Fahrbetrieb durch Hebelkräfte kaum verformt. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, damit zum Beispiel an den Flanschen und Auslassstutzen keine Undichtigkeiten auftreten.
Lanxess ist ein führender Spezialchemie-Konzern, der 2008 einen Umsatz von 6,58 Milliarden Euro erzielte und aktuell 14.335 Mitarbeiter in 23 Ländern beschäftigt. Das Unternehmen ist an 46 Produktionsstandorten weltweit präsent. Das Kerngeschäft von Lanxess bilden Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Kunststoffen, Kautschuken, Zwischenprodukten und Spezialchemikalien. Quelle: Lanxess AG
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Artikel vom: 14.10.2009 08:20
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