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Graz - Ob in der Nahrung, in Pharmazeutika, als alternative Antriebsstoffe oder als Energiedepot am Körper – gewollt oder ungewollt begleiten uns Lipide, also Fette, ständig durchs Leben. Im Rahmen des "7th Euro Fed Lipid Congress“ treffen sich ab Wochenende rund 600 Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft aus aller Welt in Graz, um sich über den neuesten Stand ihrer Disziplin auszutauschen. Die Tagung deckt dabei ein breite Palette von Themen betreffend Lipide ab: Lipide in der Ernährung wie Olivenöl, Bratfette oder Palmöl werden genauso unter die Lupe genommen wie Schadstoffe, die Fette verschmutzen oder der Bereich der Oleochemie, wo die Wissenschafter alternative Antriebsstoffe wie etwa Biodiesel diskutieren.

Untersuchung von Hefekulturen am Institut für Biochemie der TU Graz
© TU Graz/Lunghammer
"Vom Wissen zur Anwendung“ lautet das Motto der Grazer Veranstaltung vom 18. bis 21. Oktober 2009, die die Lipidforschung von verschiedenen Seiten beleuchtet: "Anwendungsorientierung steht im Vordergrund, aber auch die Grundlagenforschung kommt in der Diskussion nicht zu kurz“, betont Tagungsleiter Günther Daum vom Institut für Biochemie der TU Graz: "Angewandte Forschung braucht Grundlagenforschung als Basis.“ Fette mit all ihren Funktionen in verschiedenen Bereichen stehen jedenfalls vier Tage lang im Fokus der Grazer Tagung.

Daum selbst sieht den Schwerpunkt seiner Forschung in den Grundlagen der Lipid-Chemie: Der Grazer Biochemiker und sein Team befassen sich mit Bäckerhefe, die als ideales Modell für Strukturen und Abläufe in der Zelle gilt. Bedeutsam ist das Verstehen der Funktionsweisen von Fetten und die Übertragung der Erkenntnisse vom Modellsystem Hefe etwa für medizinische Fragestellungen: Fett belastet den Körper und verursacht Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck oder Arteriosklerose, also gefährliche Ablagerungen in Gefäßen. Werden analytische Methoden weiter entwickelt, können Forscher besser verstehen, wie sich diese Krankheiten entwickeln. Daraus ergeben sich neue Chancen für die Behandlung vieler Erkrankungen in der Wohlstandsgesellschaft.

Ausgerichtet wird der Kongress von "Euro Fed Lipid“ (European Federation of the Science and Technology of Lipids), der europäischen Vereinigung der Lipid-Forscher, die elf wissenschaftliche Gesellschaften und europaweit etwa 1.700 Mitgliedern zählt. Die Veranstaltung findet einmal im Jahr in wechselnden europäischen Städten statt, in diesem Jahr unter dem Vorsitz von TU-Biochemiker Günther Daum in Graz.

Quelle: Technische Universität Graz

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Artikel vom: 14.10.2009 09:06
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