Mainz - Nach der vorliegenden rheinland-pfälzischen Abfallbilanz 2008 trägt die Abfallwirtschaft als Lieferant von Sekundärrohstoffen für den stofflichen und energetischen Einsatz erheblich bei. Der größte Teil der in die Verantwortung der Kreise und Städte überlassenen Siedlungsabfälle wird recycelt oder als Energieträger genutzt. "Die Recyclingquote im Lande ist unverändert hoch; sie ist bei den Haushaltsabfällen gegenüber dem Vorjahr wieder leicht angestiegen und erreicht eine Quote von über 65 Prozent. Rheinland-Pfalz befindet sich damit weiterhin in der Spitzengruppe der Bundesländer“, stellt Umweltministerin Margit Conrad fest.
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| Foto: Pixelio / knipser5 |
Durch die energetische Nutzung von Siedlungsabfällen in rheinland-pfälzischen Müllheizkraftwerken und Vergärungsanlagen konnten rund 314.000 Tonnen
CO2 eingespart werden.
Siedlungsabfälle
Während die den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassene Abfallmenge in den 1990er Jahren stetig abgenommen hatte, gab es nach Inkrafttreten des Ablagerungsverbotes für unbehandelte Abfälle seit 2006 wieder einen deutlichen Anstieg bei den Kommunen. Ursache ist offenbar die vermehrte Überlassung von gewerblichen Abfällen.
Das Gesamtaufkommen an beseitigten und verwerteten Siedlungsabfällen bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern belief sich 2008 auf 4,22 Millionen Tonnen. 1990 lag diese Menge noch bei 6,44 Millionen Tonnen.
Das Gesamtaufkommen setzt sich zusammen aus:
47,7 Prozent Abfälle aus Haushalten
47,2 Prozent Bau- und Abbruchabfälle
5,0 Prozent Abfälle aus anderen Herkunftsbereichen
0,1 Prozent Problemabfälle
Von diesen Abfällen wurden 68,7 Prozent verwertet, 31,3 Prozent wurden einer Beseitigung zugeführt. Wichtigste Verwertungsverfahren waren das Bauabfallrecycling (31,4 Prozent), die Verwertung von Papier, Pappe und Karton, Glas und Leichtverpackung (14,0 Prozent) sowie die Kompostierung / Vergärung (13,3 Prozent).
Die Menge der Haushaltsabfälle ist gegenüber dem Vorjahr geringfügig zurückgegangen (-0,5 Prozent). Neben der stofflichen Verwertung wurden 38,5 Prozent aller Hauhaltsabfälle energetisch genutzt und 31,9 Prozent der Bio-/Gartenabfälle einer Vergärung zugeführt.
Für die Leistungen der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger hatte 2008 ein 4-Personen-Haushalt im Durchschnitt 178 Euro zu zahlen – 3 Euro weniger als noch 2007.
Sonderabfall
Das Aufkommen an gefährlichen Abfällen hat sich 2008 gegenüber 2007 leicht erhöht (5Prozent). Abzüglich des Outputs aus Behandlungsanlagen und Zwischenlagern (Sekundärabfälle) verbleibt ein Primäraufkommen von rund 1,55 Millionen Tonnen. Darin sind auch die Mengen enthalten (274.000 Tonnen), die Firmen in eigenen, in Rheinland-Pfalz gelegenen Anlagen entsorgt haben.
Die meisten gefährlichen Abfälle (60Prozent) sind so genannte "mineralische Abfälle" wie teerhaltiger Straßenaufbruch, kontaminierte Böden, belasteter Bauschutt und Gleisschotter. Weitere anfallende Stoffgruppen sind z.B. Reaktions- und Destillationsrückstände, Deponiesickerwasser oder Lösemittel.
Rund 960.000 Tonnen gefährliche Abfälle wurden von außerhalb zur Entsorgung nach Rheinland-Pfalz verbracht, davon 770.000 Tonnen aus anderen Bundesländern. Der Anteil der mineralischen Abfälle an den Importen beträgt 60 Prozent.
Fast 620.000 Tonnen wurden in Entsorgungsanlagen anderer Bundesländer und das Ausland (Anteil: 5 Prozent) exportiert.
Die Landesabfallbilanz Rheinland-Pfalz 2008Landesabfallbilanz Rheinland-Pfalz 2008 sowie das Faltblatt "Sonderabfälle 2008 - Mengenübersicht" sind auf der Homepage des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz eingestellt. Quelle: Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz
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Artikel vom: 19.10.2009 12:29
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