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Stuttgart - "Die Umweltressourcen sind begrenzt. Deshalb ist neben einem sorgsamen Umgang mit Baumaterialien die Wiederverwertung von Abfällen von wachsender Bedeutung. Mit einer Verwertungsquote von 83 Prozent wurde im vergangenen Jahr ein neues Rekordniveau erreicht. Dieser Erfolg geht insbesondere auf das gestiegene Bewusstsein und das Engagement der Branche zurück", erklärte Bernhard Bauer, Amtschef des baden-württembergischen Umweltministeriums, beim 12. Baustoff-Recycling-Tag in Filderstadt. Nach Bauers Ansicht erleichterten neu entwickelte Techniken die Wiedernutzung und -verwertung von Bauabfällen. "Die erfolgreiche Entwicklung ist erfreulich und zugleich aber auch Ansporn, dieses sehr gute Ergebnis noch weiter zu steigern", so der Ministerialdirektor.

Dachsanierung
Pixelio / Viktor Mildenberger
Das Recycling von Baustoffen leiste einen wichtigen Beitrag zu einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft und sei Zeichen eines auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Wirtschaftens, so Bauer. "Um Rohstoffquellen zu schonen sollten soweit möglich Naturbaustoffe durch Recyclingbaustoffe ersetzt werden." Dabei sei zwar klar, dass Recyclingbaustoffe nicht den kompletten Bedarf an Baustoffen decken könnten. "Immerhin werden aber bereits rund zehn Prozent an Rohstoffen wie Schotter, Splitt und dergleichen durch Recyclingmaterial ersetzt. Das ist noch steigerungsfähig."

Gemeinsam müssten deshalb Wege gesucht werden, den Einsatz von Recyclingbaustoffen noch weiter auszubauen, meinte Amtschef Bauer. In einem landesweit einzigartigen Modellvorhaben solle dazu die Verwendung von Recyclingbeton erprobt werden. "Technisch ist es möglich aus Alt- und Abbruchbeton einen qualitativ hochwertigen Baustoff herzustellen. Wir wollen nun damit in die Praxiserprobung einsteigen. "Über einen erfolgreichen Praxistest sollen so auch noch in der Branche und bei Bauherren vorhandene Vorurteile abgebaut werden. "Es gibt eine gewisse Zurückhaltung, wenn Recyclingbeton eingesetzt werden soll. Das Problem ist aber nicht die Qualität, die mit frischem Beton keinen Vergleich scheuen muss. Das spielt sich mehr auf der Gefühlsebene ab." In einem Modellvorhaben solle landesweit erstmals aus Recyclingbeton ein ganzes Gebäude errichtet werden, so der Ministerialdirektor. "Wir wollen so den Einsatz von Recyclingbeton voranbringen. Über seinen Einsatz könnten neue Verwertungswege erschlossen und so ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden."

Durch weiter steigende Rohstoffpreise könnten bislang noch aufwändige Aufbereitungsverfahren die Schwelle der Wirtschaftlichkeit erreichen, meinte Bauer. "Sobald die Wirtschaft wieder Tritt fasst, werden auch die Rohstoffpreise wieder anziehen. Das kann weiteren Schub für die Recyclingbranche bringen." Abfälle seien nicht nutzloser Müll, sondern müssten als wertvolle Rohstofflager erkannt werden. Es liege dabei vor allem in der Verantwortung der Recyclingwirtschaft, die Bestrebungen voranzutreiben, qualitativ hochwertige Sekundärrohstoffe für die Wirtschaft zu gewinnen. Die Baustoffrecyclingbranche habe zusammen mit dem Ministerium ein gutes Reglement zur Qualitätssicherung erarbeitet. Bisher seien schon rund 100 der rund 250 Recyclingfirmen dabei und es müssten weiter intensive Anstrengungen unternommen werden, um weitere Firmen zu gewinnen. "Nur wenn alle Firmen sich diesem anspruchsvollen Qualitätsmanagement unterwerfen, kann die angestrebte hochwertige Verwertung von Recyclingbaustoffen erreicht werden."

Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg

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Artikel vom: 23.10.2009 13:50
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