Berlin - Im Rahmen der gegenwärtigen Klimaschutzdebatten und dem möglichen Beitrag der Abfallwirtschaft rückt die Frage, wie das Deponieren von Abfällen vermieden werden kann, immer stärker in den Mittelpunkt der Diskussionen in Osteuropa. Neben der Schaffung notwendiger rechtlicher Rahmenbedingungen und finanzieller Anreize besteht hier ein hoher Investitionsbedarf bei Technologie, Dienstleistungen und Knowhow im Abfallsektor.
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| PROGNOS AG |
Zwischen 77 Prozent und 90 Prozent der kommunalen Abfälle werden noch deponiert, zwischen 0 Prozent und 13 Prozent verbrannt bzw. zwischen 2 Prozent und 13 Prozent recycelt.
Die Aufgaben, vor denen Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn bei der Umsetzung des bestehenden EU-Abfallrahmens stehen, sind groß, die noch verbleibende Zeit und die zur Verfügung stehenden Finanzmittel gering. Um so mehr verwundert es, dass man den Bereich des Klima- und Umweltschutzes, einschließlich des Umgangs mit Abfällen, meist nur am Rande der gemeinsamen Tagungen findet.
Abfallwirtschaftliche Themen beziehen sich bisher vorrangig auf illegale grenzüberschreitende Abfallverbringung sowie die Erarbeitung von gemeinsamen Stellungnahmen gegenüber Brüssel. Die Möglichkeiten und Potenziale eine Zusammenarbeit in diesem Bereich sind jedoch angesichts der Komplexität der abfallwirtschaftlichen Themen und der ähnlich gelagerten Herausforderungen in allen vier Ländern bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn brauchen umfangreiche Investitionen, beispielsweise in Getrenntsammlungs-, Sortier- und Recycling-, aber auch Logistiksystemen. Steht kurzfristig auch noch die Frage der Erhöhung der Deponiestandards im Raum, so sind mittel- bis langfristig Deponieschließung und -nachsorge sowie Deponiesanierung im Fokus.
Benötigt werden innovative Abfallbehandlungsverfahren und Müllverbrennungsanlagen. Das gilt mindestens für drei der „Vyšegrader Vier“. In Tschechien vertritt das Umweltministerium bisher noch den Standpunkt, dass es einen Neubau von Abfallverbrennungsanlagen nicht mit staatlicher Unterstützung geben wird. Der Verband der Städte und Gemeinden der Tschechischen Republik (Svaz mĕst a obcí Èeské Republiky) und der Vereinigung der Bezirke der tschechischen Republik (Asociace krajù Èeské Republiky) sehen das jedoch angesichts der drohenden Nichteinhaltung der Zielvorgaben der EU-Deponierungsrichtlinie anders und fordern ein Umdenken in Bezug auf die thermische Abfallbehandlung.
Die Investitionspotenziale sind vielfältig, auch und gerade für ausländische Unternehmen. Wettbewerbsvorteile können jedoch insbesondere diejenigen Unternehmen generieren, die sich mittel- bis langfristig in den Zielländern engagieren wollen und in der Lage sind, auf der Grundlage einer fundierten Marktkenntnis auf lokale Gegebenheiten und Kundenwünsche zu reagieren. Gefragt sind effiziente und einfach zu betreibende Technologien, die nachrüstbar und wartungsfreundlich sind. Die Unternehmen und ihre Produkte sollten in der Lage sein, sich schnell und kostengünstig auf sich verändernde regulatorische Rahmenbedingungen einzustellen. Kooperationsbereitschaft und die Erbringung von Serviceleistungen vor Ort gehören ebenso zu den Wettbewerbsvorteilen, wie das Angebot von attraktiven Finanzierungsangeboten sowie die Unterstützung bei Finanzierungsanträgen.
Die stoffliche und energetische Verwertung der von Prognos analysierten Stoffströme sowie der noch auf Deponien beseitigten kommunalen Abfälle hilft dabei auch die europäische Klimabilanz erheblich zu verbessern.
Nähere Informationen bietet der Prognos Europäischer Sekundärrohstoffatlas – 2006 Status Quo und Potenziale (Berlin 2009, 86 Seiten, zweisprachig deutsch/englisch). Der Atlas kann unter prognos.com oder per E-Mail unter info@prognos.com zum Preis von EUR 450,- (Printversion inkl. PDF) bzw. EUR 395,- (digital als PDF) jeweils zzgl. MwSt. bestellt werden.
Die Schweizer Prognos AG berät seit 1959 europaweit Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft in Zukunftsfragen. Auf Basis neutraler Analysen und fundierter Prognosen entwickeln Experten in der Schweiz und in Deutschland praxisnahe Entscheidungsgrundlagen und Zukunftsstrategien für Unternehmen, öffentliche Auftraggeber und internationale Organisationen. Quelle: Prognos AG
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Artikel vom: 30.10.2009 10:59
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