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Bern - Auf der 21. Tagung der Vertragsparteien des Montrealer Protokolls über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen, werden vom 4. bis 8. November 2009 Vertreterinnen und Vertreter von mehr als 100 Staaten in Port Ghalib (Ägypten) zusammenkommen. Im Zentrum dieser Konferenz steht die Ausweitung des Protokolls auf synthetische Treibhausgase (HFKW), die derzeit als Ersatzstoffe für ozonschichtabbauende Substanzen verwendet werden.

Wolkenbildung
Foto: Pixelio / Alfred Krawietz
An der diesjährigen Tagung der Vertragsparteien des Montrealer Protokolls in Port Ghalib (Ägypten) werden die Staaten ihre Arbeiten im Hinblick auf die Einführung von Kontrollmassnahmen für teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW) im Protokoll fortsetzen. Diese Substanzen dienen gegenwärtig als Ersatz für die verbotenen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), haben jedoch eine starke Treibhauswirkung und sind deshalb bereits im Kyoto-Protokoll geregelt.

Angesichts des Erfolgs des Montrealer Protokolls und in Anbetracht der Tatsache, dass die industriellen Anwendungen von HFKW denjenigen von FCKW und teilhalogenierten Fluorchlorkohlenwasserstoffen (HFCKW) sehr ähnlich sind, erschien es zweckmässig, die HFKW einer internationalen Regelung zu unterstellen, die mit jener für ozonschichtabbauende Stoffe vergleichbar ist. Bevor jedoch ein entsprechender Beschluss gefasst werden kann, müssen noch zahlreiche institutionelle, finanzielle und technische Aspekte geklärt und verhandelt werden.

Ein weiteres Diskussionsthema wird die verstärkte Unterstützung der Entwicklungsländer bei der umweltverträglichen Vernichtung ihrer Lagerbestände von ozonschichtabbauenden Stoffen sein. Ausserdem werden die Staaten über Anträge bezüglich Ausnahmeregelungen zur Verwendung von FCKW und Methylbromid entscheiden.

Das 1987 unterzeichnete Montrealer Protokoll ist ein sehr umfassendes völkerrechtliches Instrument zum Schutz der Ozonschicht. Zu den Meilensteinen seiner Umsetzung zählen das Verbot der Herstellung und des Verbrauchs von Halonen und FCKW in den Industrieländern zwischen 1994 und 1996 sowie in jüngerer Vergangenheit (2007) die Einigung auf eine verbindliche Zeitplanung für die Regelung der HFCKW.

Dank der getroffenen Massnahmen geht die atmosphärische Konzentration von Chlor - eine der beiden wichtigsten ozonschichtabbauenden Substanzen - seit 1994 langsam zurück. Allerdings wird sich am äusserst fragilen Zustand der Ozonschicht auch im kommenden Jahrzehnt nichts ändern. Aufgrund der hohen Verweildauer der reglementierten Stoffe in der Atmosphäre dürfte die Ozonschicht frühestens im Jahr 2060 wieder ihren Zustand von 1980 erlangen. Ab 2010 wird das in den Industriestaaten bereits geltende Verbot von FCKW und Halonen auch auf die übrigen Länder ausgedehnt.

Quelle: Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

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Artikel vom: 03.11.2009 09:16
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