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Kopenhagen - Die Europäische Kommission und die Europäische Umweltagentur haben ein umfassendes neues Europäisches Schadstofffreisetzungs- und verbringungsregister gestartet: das E-PRTR (European pollutant release and transfer register). Es enthält Informationen über Schadstoffemissionen aus Industrieanlagen in die Luft, in Gewässer und in den Boden in ganz Europa. Es beinhaltet die Jahresdaten für 91 Stoffe und erfasst mehr als 24 000 Anlagen in 65 Wirtschaftszweigen. Darüber hinaus liefert es zusätzliche Informationen, z. B. zu Menge und Art der Abfälle, die sowohl innerhalb jedes Landes als auch grenzüberschreitend von Industriebetrieben zu Abfallentsorgern verbracht werden.

Wolken
Foto: Pixelio / Joujou
Der für Umweltfragen zuständige Kommissar Stavros Dimas erklärte: "Transparenz ist eine entscheidende Voraussetzung, wenn wir den Zustand unserer Umwelt verbessern wollen. Mit der Schaffung dieses Registers geben wir den Bürgern unmittelbar Zugang zu Informationen über die Emissionen der Industrie in ganz Europa und helfen ihnen, sich aktiv an Entscheidungen zu beteiligen, die sich auf die Umwelt auswirken. Die Einrichtung des Registers ist Ausdruck des Engagements von Behörden und Industrie für mehr Offenheit und dafür, dass die Allgemeinheit Zugang zu Informationen erhält."

Professorin Jacqueline McGlade, Direktorin der Europäischen Umweltagentur, erklärte: "Um das im Aarhus-Übereinkommen festgelegte Ziel der Beteiligung der Öffentlichkeit zu erreichen, müssen die Menschen zuerst einmal wissen, was mit ihrer Umwelt geschieht und was auf dem Spiel steht. Dieses neue Register ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung, mit dem wir den Bürgern den Zugang zu mehr Umweltinformationen erleichtern. Jeder kann sehen, wie viele Schadstoffe die Industrieanlagen in seiner Nachbarschaft oder Region in die Luft oder in Gewässer freisetzen."

Was enthält das Register?

Um der Öffentlichkeit einen besseren Zugang zu Umweltinformationen zu geben, wurde ein neues Europäisches PRTR-Registeren eingerichtet, das die von einzelnen Betrieben gemeldeten Daten enthält. Das Register - Internetadresse prtr.ec.europa.eu - enthält Angaben über Schadstoffe, die einzelne Betriebe 2007 in die Luft, in Gewässer und in den Boden freigesetzt haben. Die Informationen im Register decken 30 Prozent aller NOx-Emissionen (Stickoxide) (d. h. die meisten Emissionen aus anderen Quellen als dem Verkehr) und 76 Prozent aller SOx-Emissionen (Schwefeloxide) in die Luft in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Norwegen ab. Außerdem zeigt das Register, welche Mengen an Abfällen und Abwässern verbracht wurden, einschließlich grenzüberschreitender Verbringungen gefährlicher Abfälle, und es enthält vorläufige Informationen über in Gewässer freigesetzte Schadstoffe aus "diffusen" Quellen, wie Stickstoff und Phosphor aus der Landwirtschaft.

Die Website verfügt über eine leistungsfähige Suchmaschine, die es Besuchern ermöglicht, mit einem oder mehreren Kriterien zu suchen oder eine Karte zu benutzen. So kann man z. B. herausfinden, wie viel gefährliche und nicht gefährliche Abfälle die Betriebe in einem Land verbracht haben (waste search), oder die Freisetzungen eines bestimmten Industriebetriebs suchen, indem man den Namen oder den Standort des Betriebs eingibt (facility search).

Ab 2010 werden die Informationen im Europäischen PRTR jedes Jahr im April auf den neuesten Stand gebracht. Zusätzlich zu den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind auch Daten aus Island, Liechtenstein und Norwegen erfasst. Die Website, einschließlich der Informationen über Freisetzungen aus diffusen Quellen, wird in den kommenden Monaten immer weiter verbessert.

Im bisherigen Europäischen Schadstoffemissionsregister EPER waren 50 Schadstoffe erfasst, die in 26 Ländern (EU-25 und Norwegen) von 12 000 Betrieben, die 56 Branchen angehören, in Luft und Gewässer freigesetzt wurden. EPER, bei dem die Länder ihre Daten nur alle drei Jahre melden mussten, enthielt nur Angaben über zwei Berichtsjahre, 2001 und 2004.

Quelle: Europäische Umweltagentur (EUA)

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Artikel vom: 11.11.2009 09:19
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