Führende deutsche Konzerne blicken eher pessimistisch ins neue Jahr, das gilt auch und gerade für die Stahlindustrie. Wie der bvse-Branchendienst schrott-info.de meldet, gehen die Unternehmen zwar davon aus, dass die im Sommer 2008 begonnene Talfahrt zunächst gestoppt werden konnte, erwarten aber von 2010 keine grundlegende Trendwende.
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| Foto: Marc Weigert |
Deutsche Analysten sehen die Lage weniger tragisch, da, wie es ein Sprecher der Landesbank Baden-Württemberg ausdrückte, frühzyklische Unternehmen - zu denen die Stahlindustrie zählt - nur eine Reichweite von sechs bis acht Wochen hätten, um zuverlässige Aufträge und Umsätze vorhersagen zu können. Daher ist für ihn das erste Quartal 2010 entscheidend. Sollten die schwachen Umsätze dann nicht deutlich anziehen, sind die Warnungen berechtigt, da die bisherigen Gewinne nur aus Kostensenkungen resultieren.
Michelle Applebaum von Applebaum Research in den USA, warnt ebenfalls vor einer zu positiven Einschätzung. Sie geht davon aus, dass sowohl die zu hohe Produktion als auch die zu hohen Bestände in China sehr bald Druck auf die dortigen Inlandspreise ausüben und wegen der steigenden chinesischen Exporte die internationalen Stahlpreise schwächen werden. Sie verweist darauf, dass China im Oktober mit 2,71 Mio. Tonnen die höchste Exportmenge dieses Jahres realisierte und die Menge gegenüber September um 10 Prozent steigern konnte. Die chinesischen Exporte sind fünf Monate in Folge gestiegen, dennoch liegt die gesamte ausgeführte Menge noch um 42,7 Prozent unter der des Vorjahres.
Allein in 2009 übersteigen die Kapazitäten in China die Nachfrage um fast 200 Mio. Tonnen. Selbst die derzeitige Belebung der Schrottnachfrage wird von Analysten in Shanghai kritisch beurteilt, zumal im Norden Chinas der Winter eingesetzt hat und damit die Bauprojekte zum Erliegen kommen.
In Europa ist die Lage für die Langstahlhersteller ebenfalls alles andere als rosig und die absatzarme Winterzeit steht vor der Tür. Die Schrottwirtschaft muss auf eine sich wieder belebende Baukonjunktur im mittleren Osten und Nordafrika setzen. Quelle: Birgit Guschall-Jaik, bvse
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Artikel vom: 17.11.2009 11:45
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