Dezember 2009 - Der Papiermacher nennt Reststoffe, die beim Altpapierrecycling anfallen „Rejekte“. Bei Getränkekartons sind es die Kunststoff-Aluminiumfolien mit denen die Kartons beschichtet sind. In Merseburg entsteht jetzt eine Recyclinganlage der Aluminium und Kunststoffe AG (APK), die aus Rejekten hochwertige Sekundärrohstoffe zurückgewinnt.
Das vom Vorstandsvorsitzenden der APK, Dr. Wolfgang Lindner, entwickelte und weltweit einzigartige Verfahren trennt Verbundmaterialien mit Hilfe organischer Lösungsmittel. „Dabei erreichen wir nahezu Neuwarenqualität, die es sogar ermöglicht, die zurückgewonnen Rohstoffe auch im Lebensmittelverpackungsbereich einzusetzen“, erklärt Dr. Lindner.
Für Lindner war der Spatenstich für die neue Betriebsstätte im September 2009 der vorläufige Höhepunkt einer langen Entwicklungsarbeit. Die erste Verfahrensstufe wird nun im Januar 2010 mit etwa 30 Mitarbeitern in Betrieb genommen. Zunächst werden Rejekte aus der Getränkekartonaufbereitung der Niederauer Mühle verwertet - das Verfahren eignet sich generell für alle Kunststoffverbunde und Kunststoff-Metallverbunde.
Mitte 2010 wird mit dem Aufbau der zweiten Verfahrensstufe begonnen. Im Jahr darauf sollen dann mit 65 Mitarbeitern 50.000 Tonnen Verbunde aufbereitet werden. Insgesamt investiert die Aluminium und Kunststoffe AG mehr als 30 Millionen Euro in das Projekt.
Für FKN-Geschäftsführer Walter Schäfers ist dies insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten das richtige Signal: „Es zeigt, dass Investitionen in die Kreislaufwirtschaft Zukunft haben." Insofern hofft er, dass auch die Aufbereitungsanlage bei Corenso in Finnland, die außer den Zellstofffasern ebenfalls Kunststoff und Aluminium mit einem pyrolythischen Verfahren zurückgewinnen kann, bald wieder in Betrieb geht. Erste Überlegungen dazu gäbe es bereits.
| Zurück |
|


