Home / Top-News Abfall / Waste Kreislaufwirtschaft / Recycling Management Energie / Energy Märkte / Markets Unternehmen / Companies Forschung / Research Politik / Policy Recht / Law
Archiv
Zurück Impressum
 

Berlin - Durch fehlendes oder schlechtes Recycling von Haushaltskühlgeräten entweichen in Deutschland jährlich Emissionen in Höhe von 5,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Dies hat die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) auf Grundlage von Angaben der Bundesländer berechnet. Hauptgrund sind Emissionen von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), die bei der Entsorgung von ausgedienten FCKW-haltigen Kühlgeräten nicht ordnungsgemäß zurückgewonnen werden.

Kühlgeräte-Sammlung
Foto: Pixelio / Dieter Schütz
Laut Elektroaltgerätegesetz sind die Hersteller für die Verwertung der Kühlschränke verantwortlich - und zwar je nach ihrem Marktanteil. „Während die Staatschefs in Kopenhagen über die Eindämmung des Klimawandels verhandeln und sich die deutsche Industrie als nachhaltig feiert, ruinieren die Kühlschrankhersteller in Deutschland das Klima“, kritisiert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Die DUH hat auf Basis von Brancheninformationen die Marktanteile der Marktführer bei Kühlgeräten geschätzt. Danach soll die BSH Bosch und Siemens Haushaltgeräte GmbH für jährlich rund 1,47 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente an Emissionen verantwortlich sein, die Electrolux Hausgeräte Vertriebs GmbH für 1,17 Millionen Tonnen und die Bauknecht Hausgeräte GmbH für 760.000 Tonnen. Der Miele & Cie. KG werden 590.000 Tonnen und der Liebherr-International Deutschland GmbH 410.000 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr von der DUH zugeschrieben.

Von den jährlich rund 3,2 Millionen ausrangierten FCKW-haltigen Kühlgeräten in Deutschland gelangen - so die DUH - rund 1,1 Millionen nie in die umweltgerechte Verwertung in Recyclingbetrieben. Der genaue Verbleib dieser Geräte ist unklar. Die DUH vermutet, dass ein Großteil davon illegal nach Afrika und Richtung Osteuropa exportiert und entweder sofort oder zeitverzögert ausgeschlachtet wird. Im Ergebnis bedeutet dies, dass das in diesen Geräten enthaltene FCKW im Kühlkreislauf und in der Geräteisolierung nicht abgesogen und umweltgerecht vernichtet wird. Die FCKW der verschwundenen Kühlschränke und Gefriertruhen entspricht 2,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

Rund 2,1 Millionen FCKW-haltige Kühlgeräte schaffen es in die Recyclinganlagen - drei Viertel ohne Beschädigungen des Kältekreislaufes. Dort ziehen die Verwerter im Durchschnitt aber nur 58 Prozent der FCKW aus dem Kältekreislauf und der Isolierung. Von den erfassten und in den Recyclinganlagen behandelten Kühlgeräten entweichen so weitere drei Millionen Tonnen CO2-Äquivalente in die Atmosphäre.

Insgesamt gewinnen die Entsorger aus alten Kühlgeräten jährlich nur FCKW entsprechend 3,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zurück. Das gesamte Klimapotenzial der jährlich in Deutschland zur Entsorgung anfallenden Kühlgeräte beträgt aber neun Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das bedeutet - gerechnet in vermiedenen CO2-Emissionen - eine Rückgewinnungsquote von 35 Prozent. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine FCKW-Rückgewinnung von mindestens 90 Prozent. Verantwortlich für die ordnungsgemäße Entsorgung der Kühlgeräte sind laut Elektrogesetz die Hersteller.

„Die Hersteller scheinen sehenden Auges den niedrigen Entsorgungsstandard für Kühlgeräte zu akzeptieren“, sagte Maria Elander, Leiterin des Bereichs Kreislaufwirtschaft der DUH zu den jüngsten Erhebungen in der FCKW-Entsorgung. „Die miserable Entsorgungsquote des Klimakillers FCKW aus Kühlschränken steht im diametralen Gegensatz zu den Verpflichtungen der Hersteller und zu ihren PR-Aktivitäten und Nachhaltigkeitsberichten, in denen sich die Unternehmen durchweg als umweltbewusst darstellen.“ Elander sieht ein „grundsätzliches Glaubwürdigkeitsproblem der Hersteller“ und fordert die Kühlgerätehersteller zu einem „lückenlosen Mengenstromnachweis“ der FCKW bei der Kühlgeräteentsorgung auf.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V.

Ähnliche Artikel:

Artikel vom: 17.12.2009 11:46
Zurück   
© MSV Mediaservice & Verlag GmbH, Bergstr. 16, D-82239 Biburg
Sekundär-Rohstoffe