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Düsseldorf - Auch der 8. Elektronik-Altgeräte-Tag konnte und wollte sich der aktuellen Debatte um den Themenkomplex Klima- und Ressourcenschutz nicht entziehen. Das machte bvse-Referent Andreas Habel bereits in seiner Begrüßungsrede deutlich. Denn das Recycling der jährlich allein in Deutschland in Verkehr gebrachten 1,8 Mio. Elektro(nik)geräte sei eine große Herausforderung für die Branche. Kupfer, Edelmetalle wie Gold und Palladium oder die sogenannten seltenen Erden sind exemplarisch sekundäre Rohstoffe aus Elektro(nik)-Altgeräten, die in einigen Bereichen die einzige heimische Rohstoffquelle bilden.

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Durch das Recycling zurückgewonnener Metalle und Edelmetalle sind erhebliche CO2-Einsparungen möglich. Zwei Beispiele nannte Habel. So könne der Sekundärprozess pro erzeugter Tonne Kupfer rund 1,2 Tonnen CO2 einsparen. Das seien 41 Prozent Ersparnis gegenüber den Emissionen aus der Primärproduktion. Aluminium könne sogar fast verlustfrei recycelt werden. Mit der Rückgewinnung würden im Recyclingprozess 11,1 Tonnen CO2 pro Tonne Aluminium eingespart. Das seien 94 Prozent Ersparnis gegenüber der Primärproduktion. Die Sekundärrohstoffgewinnung aus Abfällen sei daher aktiver Klimaschutz.

Habel: „Die Rückführung von Elektronik-Altgeräten darf daher aus heutiger Sicht nicht mehr als Entsorgungsproblem gesehen werden, sondern ist eben zum unverzichtbaren Teil der Rohstoffversorgung für die produzierende Industrie - und zur Tragsäule einer CO2-armen Produktion geworden."

Diesen Gedanken nahm der Europaabgeordnete und Berichterstatter für die EU-Elektro-Altgeräterichtlinie, Karl-Heinz Florenz, auf und bezeichnete den bvse als „natürlichen Verbündeten" in der aktuellen Debatte, denn es gebe auf dem Weg nach Kopenhagen noch jede Menge Stolpersteine. „Wir versuchen da gerade noch ein paar wegzuräumen, im Gespräch mit Kollegen aus anderen Ländern," so Florenz. Er betonte, dass Klimaschutz und Ressourcenschonung zusammengehören. Es müsse eben auch darum gehen „Rohstoffe zu sichern". Wir werden in eine „wirkliche extreme Rohstoffsituation" kommen und deshalb sei die Sekundärrohstoffwirtschaft eine wichtige Säule für die Rohstoffpolitik der Zukunft.

Zur EU-Altgeräte-Richtlinie, die gegenwärtig in der Novellierungsphase ist, machte Florenz deutlich, dass er die geteilte Produktverantwortung mit kommunalen Sammelstellen befürworte. Allerdings unterstrich er, dass er die Sammelquote von 65 Prozent bis 2016, die die EU-Kommission vorgeschlagen hat, unterstützte. Er kann sich sogar vorstellen, dass diese Quote vom Umweltausschuss des Europäischen Parlaments noch höher gesetzt werden könnte.

Florenz trat für „ambitionierte Ziele" ein, sonst bewege sich gar nichts, argumentierte der Europaabgeordnete. Im Gegensatz dazu machte der Unterabteilungsleiter im Bundesumweltministerium, Dr. Thomas Rummler deutlich, dass diese Sammelquote nicht erreicht werden könne und plädierte daher für eine realistische Zielgröße. Rummler: „Wir sind für eine Sammelquote von 50 Prozent bis 2016 und 65 Prozent bis 2020".

Der bvse-Fachverbandsvorsitzende und Vizepräsident Ullrich Didszun plädierte ebenfalls dafür, die Sammelquoten so festzusetzen, dass sie auch erreicht werden könnten. Didszun bedauerte, dass die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen den Mittelstand sowie die regionalen Besonderheiten nicht genügend berücksichtigen. „Die regionalen Strukturen müssen erhalten bleiben, sie machen die Stärke der deutschen Entsorgungswirtschaft aus und ermöglichen erst gute Sammel- und Verwertungsergebnisse“, forderte der bvse-Vizepräsident.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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Artikel vom: 18.12.2009 09:17
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