Düsseldorf - Die Stahlrecycling-Wirtschaft steht in direkter Abhängigkeit von der Produktion der Stahlindustrie. Schrott ist der wichtigste Rohstoff für den Stahlerzeugungsprozess. Der prozentuale Schrotteinsatz liegt in der EU bei rund 56 Prozent. Für das Jahr 2008 wurde eine Steigerung prognostiziert - doch die Weltwirtschaftskrise machte einen Strich durch die Rechnung.
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Nach dramatischen Einbrüchen bei der Rohstahlproduktion Anfang der 80er Jahre entwickelte sich die Produktion stetig aufwärts, wobei in einzelnen Jahren auch Rückgänge hinzunehmen waren. In den Jahren 2006 und 2007 wurden in der EU über 200 Mio. Tonnen Stahl erzeugt. Für das Jahr 2008 wurde eine deutliche Steigerung prognostiziert, die allerdings aufgrund der Weltwirtschaftskrise nicht erreicht wurde. Es wurden „nur“ 197 Mio. Tonnen Stahl in der EU erschmolzen.
Auch in Deutschland zeigte sich der Abwärtstrend. Im Jahr 2007 wurden über 48 Mio. Tonnen Stahl und im Jahr 2008 nur noch 46 Mio. Tonnen Stahl produziert. Diese negative Entwicklung hat sich im Jahr 2009 fortgesetzt. Weltweit wird ein Rückgang der Rohstahlproduktion von rund 10 Prozent auf ca. 1,2 Mrd. Tonnen erwartet – in Deutschland auf rund 32 Mio. Tonnen (-28 Prozent).
Im Jahr 2008 betrug der deutsche Schrottabsatz 28,66 Millionen Tonnen, in den Monaten Januar bis Ende September 2009 insgesamt 16,35 Millionen Tonnen. Der Rückgang belief sich für die ersten 9 Monate in 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf circa 27 Prozent.
Schrottmarktentwicklung
Dem Trend der Stahlindustrie folgt zwangsläufig auch die Stahlrecycling-Wirtschaft. In der EU ist der Stahlschrottverbrauch von 117 Mio. Tonnen im Jahr 2007 auf knapp 108 Mio. Tonnen im Jahr 2008 gesunken. In den ersten 10 Monaten 2009 (Schätzung) liegt das Minus bei rund 36 Prozent und sinkt auf
71,5 Mio. Tonnen. In Deutschland ist die Entwicklung ähnlich. Der Stahlschrottverbrauch fiel von 21,7 (2007) auf 20,7 Mio. Tonnen (2008). In den ersten neun Monaten 2009 lag der Verbrauch bei 10,9 Mio. Tonnen.
Ausblick: Hoffnung auf eine weitere Konjunktur-Belebung
Für 2010 besteht Hoffnung auf eine weitere Belebung der Konjunktur. Dies ist allerdings erheblich abhängig von Entwicklungen wie z.B. Weltmarkt, Kreditvergabe, Konsumverhalten. Wesentlich ist auch die chinesische Situation. China hat die höchste Stahlproduktion und droht den europäischen Markt mit Dumpingpreisen zu überschwemmen.
Für die Rohstahlproduktion in Deutschland ist insofern ein Aufwärtstrend festzustellen, als die Hüttenwerke im November 2009 2,26 Mio. Tonnen Roheisen und 3,53 Mio. Tonnen Rohstahl bestellten. Das waren je rund acht Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Bereinigt man die Zahlen von Kalender- und Saisoneffekten, ist von einer Steigerung der Rohstahlproduktion gegenüber Oktober 2009 um 7,2 Prozent auszugehen. Dies sind Fakten, die die Geschäftssituation auch in den Recyclingbetrieben günstiger erscheinen lassen.
Die Mitglieder der BDSV sind bestrebt, den Schrott nach Bedarf bereitzustellen, um die Versorgung der Werke mit dem Rohstoff Schrott sicherzustellen. Problem ist dabei die Verfügbarkeit des Materials. So fällt z. B. bei metallverarbeitenden Betrieben bei schwacher Konjunktur weniger Schrott an. Je nach Preisgefüge kann es zudem bei der Erfassung des Schrotts Engpässe geben – die Sammeltätigkeit im Kleinhandel lässt ggf. nach. Quelle: BDSV - Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V.
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Artikel vom: 18.12.2009 10:38
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