Berlin - Der NABU hat drastische Missstände bei dem Umgang von Unternehmen mit von ihnen auf den Markt gebrachtenm Abfällen aufgedeckt. So streichen einige Unternehmen die Lizenzgebühren, mit denen sie sich an der Entsorgung des Abfalls beteiligen müssten, zwar beim Verbraucher ein, stecken sich das Geld jedoch anschließend in die eigene Tasche. "Dieses Verhalten ist skandalös und hat fatale Folgen für die Umwelt", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. "Wenn ein Unternehmen seine Verpackungen nicht lizenziert, diese aber dennoch recycelt werden, verschönt das die deutschen Recyclingquoten." Zudem schade dieses Verhalten dem fairen Wettbewerb der Unternehmen untereinander.
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| Foto: R. Majewski / NABU |
Seit Mai 2009 sind Unternehmen im Zuge der novellierten Verpackungsverordnung verpflichtet, die von ihnen in Verkehr gebrachten Mengen in der Datenbank anzumelden. Der NABU hat deshalb stichprobenartig 69 Unternehmen kontrolliert und mehrmals angeschrieben. Die Hälfte davon hat sich bis heute nicht zurückgemeldet. "Wäre die Datenbank der DIHK für die Öffentlichkeit einsehbar und auf elektronischem Wege für die Behörden auswertbar, wäre dies ein Schritt in die richtige Richtung", so Bongardt zu einer möglichen Verbesserung des Systems.
Normalerweise werden die Kosten für die Verwertung von Verpackungen aus Gelber Tonne, Altglascontainer und Papiertonne von Herstellern und Unternehmen an die Verbraucher weitergereicht. Dass zahlreiche Unternehmen offenbar nicht so verfahren, ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass ein abfallpolitischer Konsens in Deutschland offensichtlich ausgedient hat. "Würde so etwas im technischen Umweltschutz aufgedeckt werden, etwa bei der Einhaltung von Emissionsgrenzwerten, würden wir dies auch nicht akzeptieren", sagte Bongardt. Der NABU fordert daher von Unternehmen sowohl mehr Abfallvermeidung als auch ein faires, hochwertiges Recycling. Quelle: Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU)
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Artikel vom: 22.12.2009 08:14
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