Frankfurt am Main - Die chemische Industrie wird ihre Rohstoffversorgung in Zukunft auf eine breitere Basis stellen und dadurch vor allem auch die Abhängigkeit von Erdöl reduzieren. Das ist eine Kernaussage des Positionspapiers „Rohstoffbasis im Wandel“, das vor wenigen Tagen in Frankfurt am Main vorgestellt wurde. Das Papier wurde herausgegeben von den Chemieorganisationen Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh), Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e. V. (DECHEMA), Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V. (DGMK) und Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI).
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| Verband der Chemischen Industrie e.V. |
Damit der Rohstoffwandel gelingen kann, sieht das Autorenteam auch die Politik in der Pflicht: Diese müsse entsprechende Forschung besser fördern und die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. „Als rohstoffarmes Industrieland ist Deutschland besonders darauf angewiesen, die mit dem Wandel der Rohstoffbasis verbundenen Chancen aktiv zu nutzen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu stärken“, fassen die Autoren zusammen. Wichtig seien dafür mehr Grundlagenforschung zur Stoffumwandlung, die Umsetzung von Forschungsergebnissen in neue Produkte und die verbesserte Ausnutzung von Lagerstätten.
Auch das Thema „Nachwachsende Rohstoffe“ wird ausführlich behandelt: Diese werden schon seit langem in der chemischen Industrie eingesetzt und machen bei der Rohstoffversorgung derzeit einen Anteil von ungefähr zehn Prozent aus. Ob dieser ausgebaut werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise von neuen Verarbeitungstechnologien. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass nachwachsende Rohstoffe in ausreichender Menge und Qualität und zu wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung stehen. Zudem muss das Problem der Konkurrenz zu Nahrungs- und Futtermitteln gelöst werden. Schwerpunkt der Forschung ist hier die integrierte Aufarbeitung von „Non-food“ Biomasse wie Holz und Stroh zu Energie, Biogas, Kraftstoff und Chemikalien.
Schließlich sehen die Autoren auch in der stofflichen Nutzung des „Klimagases“ CO2 ein zukünftiges Forschungsfeld für Chemiker. Erfolge auf diesem Gebiet könnten der Chemie eine neue Rohstoffquelle erschließen. Allerdings dürfte die stoffliche Nutzung von CO2 alleine den Klimawandel nur wenig beeinflussen, da die in der Produktion benötigte Menge verglichen mit dem weltweiten Ausstoß gering bleiben wird.
Das Positionspapier kann unter vci.de --> Gemeinsames Positionspapier heruntergeladen werden. Quelle: Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI)
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Artikel vom: 14.01.2010 09:07
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