Osnabrück - Bei Schulgebäuden, die älter als 30 Jahre sind, wird viel Strom und Wärme vergeudet und führt die Schulen zu hohen Ausgaben bis hin zu Überlegungen zum Abriss. Eine umweltfreundliche Alternative steht jetzt dem Schul- und Sportzentrum in Lohr am Main bevor: Modernisierung mit dem Ziel 80 Prozent weniger Energieverbrauch und nahezu Passivhausstandard. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt die Planung des Vorhabens mit 125.000 Euro. DBU-Abteilungsleiter Umwelttechnik, Dr. Wulf Grimm, übergab das Bewilligungsschreiben an den Vorsitzenden des Zweckverbandes Schul- und Sportzentrum Lohr und Ersten Bürgermeister der Stadt, Ernst Prüße.
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| Foto: Deutsche Bundesstiftung Umwelt |
"Mit Hilfe der DBU kann nun ein Konzept für den Umbau der Schule nach Passivhausstandard entwickelt werden", sagte Grimm heute. Moderne Heizungs- und Lüftungstechnik in Kombination mit der Nutzung erneuerbarer Energien soll künftig das Schulbild des großen Komplexes in Lohr prägen. Grimm: "Auch auf den ersten Blick nicht erkennbare bautechnische Lösungen können zum Ziel führen." So könnte beispielsweise die höhere Rücklauftemperatur des Schwimmbades zur Heizung in Schule und Turnhalle genutzt werden. Die Anpassung an den jeweiligen Wärmebedarf könne sich so verbessern.
Auch die 'kostenlosen Energieträger', wie Sonne und Erdwärme, sollen für die Planung unter die Lupe genommen werden. In der Planung sei auch eine dem Passivhausstandard entsprechende Hausfassade, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und eine Wärmepumpe, die mit regenerativ erzeugtem Strom laufen soll, vorgesehen. Ein kohlendioxidneutraler Betrieb solle so für die Schule ermöglicht werden. "Insgesamt sollen hier einmal rund 80 Prozent weniger Energie als zuvor verbraucht werden", so Grimm. Der Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid könne dadurch ebenfalls um 80 Prozent gemindert werden. Potentiale der Biomassenutzung werden geprüft.
Die Schulräume sollen darüber hinaus an Barrierefreiheit und heutige pädagogische Konzepte angepasst werden. "Der Frontalunterricht ist heute durch neue Medien, kleinere Gruppen und andere Unterrichtsmethoden abgelöst worden", sagte Grimm. Die energetischen Grundsätze und die damit verbundenen umweltrelevanten Auswirkungen sollen dann auch im Unterricht bearbeitet und vertieft werden.
"Mit dem vorgesehenen Konzept geht nicht nur eine Schule mit der klimafreundlichen Instandsetzung eines öffentlichen Gebäudes als gutes Vorbild voran", so DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde, "sondern es werden auch Lehrer und Schüler für erneuerbare Energien sensibilisiert". Da der Konstruktionstyp "Kasseler Modell" in ähnlicher Bauweise an rund 150 weiteren Standorten zu finden sei, könnten die Ergebnisse bundesweit auf eine Vielzahl ähnlicher Schul- und Verwaltungsbauten übertragen werden. Brickwedde: "Damit ist das Vorhaben modellhaft für andere Sanierungsprojekte." Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
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Artikel vom: 20.01.2010 09:29
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