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Düsseldorf - Viele Millionen Tonnen Schrott landen jährlich in Deutschland auf den Schrottplätzen und Recyclinghöfen. Darunter Eisen- und Nichteisenschrotte, wie alte Motoren oder Kupfer. Und es wird aufwändiger, aus Altem etwas Neues zu machen, beziehungsweise Schrott als Rohstoffquelle für künftige Produkte zu nutzen. Das wurde auf dem bvse-Schrottforum Anfang Dezember in Düsseldorf deutlich.

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Für den bvse-Vizepräsidenten und Vorsitzenden des Fachverbandes Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling, Ullrich Didszun, steht die Schrottwirtschaft vor wichtigen Herausforderungen, denen sie sich stellen muss. So kommen vermehrt Verbundmaterialien bei den Aufbereitern an, die verbrauchergerecht zu trennen sind. Auch der Übergang der Schrotte vom Abfall- in den Produktstatus, mit dem unmittelbar REACh-Verpflichtungen für die Schrottwirtschaft verbunden sind, wird erhebliche Konsequenzen für die Branche haben.

Nach den bisher bekannten Vorstellungen der EU-Kommission wird der Produktstatus nach allgemeiner Einschätzung allenfalls für Neuschrotte, aber wohl nicht für Altschrotte eine Rolle spielen können. Grundsätzlich kommt für den bvse eine Befürwortung des Produktstatus für geeignete Schrottsorten nur in Betracht, wenn die Vorteile dieser Neueinstufung die Nachteile überwiegen und das Schrottrecycling damit gegenüber der momentanen Situation gestärkt werden kann. Die Teilnehmer des Branchenforums waren sich jedoch einig, dass die bisher bekannten Vorschläge dieser Zielsetzung wohl nicht gerecht werden. "Man darf nicht unterschätzen, dass der Produktstatus automatisch dazu führt, dass die Erfüllung von umfangreichen REACh-Pflichten zu bewältigen sind", machte Ullrich Didszun deutlich.

Zudem will die EU-Kommission ein aufwändiges zusätzliches Qualitätssicherungssystem einführen, mit dem der Schrottaufbereiter die Einhaltung der vorgegebenen Qualitätskriterien nachweisen soll. Problematisch ist auch, dass selbst wenn dieser Nachweis erbracht ist, die Abnehmerseite daran nicht gebunden ist. Sie wird auch zukünftig gemäß der gängigen Praxis alleine entscheiden, ob das angelieferte Material ihren individuellen Anforderungen entspricht. "Die zusätzlich von der EU-Kommission geplanten administrativen Belastungen gehen daher einseitig zu Lasten der Schrottwirtschaft, behindern das Schrottrecycling und bringen für die Schrottbranche keinen realen Mehrwert. Von einer Stärkung des Schrottrecyclings durch den Produktstatus kann überhaupt keine Rede mehr sein. Dieses Ziel wurde von den Verantwortlichen leider völlig aus den Augen verloren", lautet das ernüchternde Fazit von Ullrich Didszun.

Von dieser aktuellen Diskussion völlig unbenommen ist die Tatsache, dass es für die Schrottbranche eine immerwährende Herausforderung ist, die Schrottaufbereitung permanent zu optimieren, um den Schrottanteil an der Rohstahlproduktion möglicherweise sogar noch steigern zu können. Der Markt, die Klimaveränderungen und der von der Politik vorgezeichnete Weg in eine Recyclinggesellschaft, zwingen die Schrottwirtschaft bei der Bereitstellung eines einsatzfähigen Rohstoffs für die Abnehmer, zu technischen Weiterentwicklungen. So wird bspw. die Aufbereitung sog. Konsumgüterschrotte in den Industrieländern zwangsläufig zunehmen. Der verstärkte und optimierte Einsatz von Scheren, aber insbesondere von Shreddern, wird dabei unverzichtbar sein.

Die maschinelle Schrottaufbereitung hat jedoch ihre Grenzen. Aufgabe der Schrottwirtschaft ist es, unter Berücksichtigung der notwendigen wirtschaftlichen Gesichtspunkte und der gegebenen rechtlichen Rahmenbedingungen, diese Grenzen soweit wie möglich nach hinten zu schieben. Schrottaufbereitungsexperte Norb Geiss (USA) von SiCon sieht durchaus Möglichkeiten, die Qualität der Schrotte zu erhöhen, die den Stahlwerken angeboten werden. Geiss betonte in seinem Vortrag zu den Zusammenhängen zwischen Input & Schrottaufbereitungsqualitäten zur Erzielung marktgerechter Produktqualitäten, dass er diese Möglichkeit durchaus durch technische Verbesserungen bei der Aufbereitung des Materials sehe.

Die Schrottpreise und die nachgefragten Schrottqualitäten ändern sich je nach Marktlage ständig. Aber der Schrotthersteller sollte immer bemüht sein, bei der Aufbereitung der Schrotte auf ein Qualitätsniveau am oberen Rand der Möglichkeiten zu achten, um seine Position gegenüber den Abnehmern zu stärken. Scheren und Shredder werden für die Schrottaufbereitung an Bedeutung weiter zunehmen. Dabei wird es unerlässlich sein und bleiben, die Inputmaterialien den Aggregaten zuzuführen, in denen sie bestmöglich verarbeitet werden können. Neben der Optimierung der Metallseparation und -rückgewinnung, müssen außerdem die beim Aufbereitungsprozess entstehenden Rückstände stärker in den Fokus der Verantwortung der Schrottwirtschaft rücken. Hierfür existieren bereits Vorgaben in Form von Recyclingquoten. Gefragt sind intelligente Lösungen im Einklang mit Ökonomie und Ökologie, die verstärkt zum Einsatz kommen müssen.

Klaus Hennemann vom bvse sieht für den Bestand der mittelständischen Schrottwirtschaft optimistisch in die Zukunft, wenn es um die Frage geht, ob sich der Mittelstand gegenüber den Großkonzernen behaupten kann. Er sieht Silberstreifen am konjunkturellen Schrotthimmel und geht sogar davon aus, dass die Chancen der Mittelständler gegenüber Schrottkonzernen deutlich steigen können, denn aufgrund der vorherrschenden mittelständisch-klassischen Flexibilität und der Qualität ihrer aufbereiteten Produkte, etablieren sie sich immer fester im Markt.

Die Teilnehmer des Schrottforums zeigten sich davon überzeugt, dass die klassischen Aggregate zur Schrottaufbereitung, wie Scheren und Schredder weiterhin unverzichtbar sein werden. Ihre Effizienz kann mit Hilfe neuer Technologien nur dann gesteigert werden, wenn sie wirtschaftlich tragbar und ökologisch sinnvoll sind.

Quelle: bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e. V.

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Artikel vom: 20.01.2010 10:21
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