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Köln - Nachdem im März 2009 das Kölner Stadtarchiv in eine U-Bahn-Baustelle gestürzt war, arbeiteten die Bergungsteams verbissen, um verschüttete Schriftstücke zu bergen und vor dem Regen zu schützen. Doch die Archivalien aus Papier erwiesen sich als zäh: Viele Bücher, Akten und Urkunden überstanden Nässe und Druck erstaunlich gut – zahlreiche digitale Datenträger waren hingegen zerstört. Für das ARD-Morgenmagazin ist der Jahrestag des Einsturzes des Kölner Archivs Anlass, sich einmal intensiver mit dem wichtigen und allgegenwärtigen Stoff Papier zu befassen.

gefaltetes Papier
Foto: Pixelio / birgitH
Vom 1. bis 5. März 2010 wird Reporter Ingo Lamberty jeden Morgen in drei Live-Schalten um 6.45 Uhr, 7.45 Uhr und 8.45 Uhr der Frage nachgehen, warum Papier aus unserem Alltag nicht wegzudenken ist und welche Möglichkeiten in diesem Stoff stecken.

Es beginnt schon am Morgen. Das erste Papier, das man braucht, ist das Toilettenpapier. Es folgt die Tageszeitung zu der wir den im Papierfilter gebrühten Kaffee trinken. Vor Verlassen des Hauses wird noch schnell der Einkaufszettel geschrieben und zusammen mit den Papiertaschentüchern eingesteckt. Ob Teebeutel, Fahrkarte, Tapete oder Lottoschein; ob Zeugnis, Heiratsurkunde oder Staatsvertrag, Papier ist in vielen Bereichen unersetzbar. 19 Millionen Tonnen werden jedes Jahr allein in Deutschland verbraucht, das sind etwa 250 Kilogramm pro Person.

An fünf Tagen schaut sich das ARD-Morgenmagazin bei Menschen um, bei denen Papier zur Leidenschaft geworden ist. Am Montag besucht Reporter Ingo Lamberty in dem winzigen Eifeldorf Zerkall eine der letzten Büttenpapierfabriken der Welt. Hier wurde auch das Papier für das Grundgesetz und den Wiedervereinigungsvertrag hergestellt. Am Dienstag schaut das MOMA den Papierrestauratoren an der Kölner Fachhochschule über die Schulter. Die Studenten arbeiten an einigen der wichtigsten Stücke aus dem Kölner Stadtarchiv.

Am Mittwoch besuchen wir das Gedächtnis der Republik, das Bundesarchiv in Koblenz. Besonders beliebt bei den Mitarbeitern hier: Papierdokumente. Sie machen wesentlich weniger Probleme bei der Archivierung als digitale Datenträger. Im sauerländischen Marsberg ist das Morgenmagazin am Donnerstag bei der Firma „wepa“ zu Gast, die vor allem Toilettenpapier herstellt. Hier kann man erfahren, dass die Deutschen ein Volk der „Falter“ sind – im Gegensatz zu den Amerikanern, die eher „Knüller“ sind. Die Woche beschließt das Morgenmagazin im Papiermuseum in Düren, wo Ingo Lamberty unter anderem die Haltbarkeit von Papiermöbeln testen will.

Der Verband Deutscher Papierfabriken e.V.(VDP) ist in diese Aktion involviert.

Quelle: Westdeutscher Rundfunk (WDR)

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Artikel vom: 27.01.2010 09:26
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