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Frankfurt am Main - Das Thema 'Nachhaltigkeit' ist den Dax-Unternehmen inzwischen so wichtig, dass immerhin 54 Prozent der deutschen TOP 30-Unternehmen es in direkter Vorstandsverantwortlichkeit angesiedelt haben. Besonders hohen Stellenwert genießt nachhaltige Unternehmensführung bei familiengeführten Unternehmen. Das ergab eine erstmals durchgeführte Studie von Union Investment über die Verankerung der Nachhaltigkeit in den Dax-Titeln.

'Nachhaltigkeit erschöpft sich nicht nur in Ökologie, sondern umfasst auch wirtschaftliche und ethisch-soziale Kriterien. Diese dreidimensionale Konzeption der Nachhaltigkeit sichert dauerhaft die zukunftsfähige Entwicklung von Volkswirtschaften und Unternehmen', erklärte der Leiter des Aktienfondsmanagements und Geschäftsführer der Union Investment Privatfonds GmbH, Michael Schmidt, als Grund für die Ende 2009 abgeschlossene Studie.

'Als einer der größten Asset Manager mit über 2,7 Mrd. Euro nachhaltig angelegten Assets under Management, wollten wir herausfinden, ob und wie weit diese Notwendigkeit inzwischen auch bei den deutschen Spitzenunternehmen anerkannt ist. Zudem ist Nachhaltigkeit für uns als Investor ein wichtiger Aspekt eines dynamischen Risikomanagements bei unseren Anlageentscheidungen', so Schmidt weiter.

Der zu diesem Zweck entworfene umfangreiche Fragebogen zu den Themen Umwelt, Soziales und Corporate Governance erfasste die verschiedensten Facetten der Bereiche. Die Entwicklung des jährlichen Energieverbrauchs interessierten dabei ebenso wie der jährliche CO2-Ausstoß, Produktsicherheit, Arbeitsstandards, soziales Engagement oder die Erfüllung des Deutschen Corporate Governance-Kodex. Die hohe Rücklaufquote betrug 93 Prozent und zeuge - so Schmidt - vom hohen Interesse der befragten Unternehmen am Dialog mit den Investoren.

Das spiegelt auch die Tatsache wider, dass bei 53,6 Prozent der Dax-Unternehmen der Vorstand direkt für das Thema Nachhaltigkeit verantwortlich zeichnet. Bei familiengeführten Unternehmen (Beiersdorf, BMW, Henkel und Merck) ist das Thema in besonderem Maße auf der Agenda.

Überrascht, so Schmidt, war man von den Maßnahmen, die von den landläufig als 'potenzielle Umweltsünder' betrachteten Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit ergriffen worden sind. Gründe dafür dürften die 'negativen Schlagzeilen' in der Vergangenheit (z.B. Rheinverschmutzung, Pestizide, Schadstoffaustritt) gewesen sein, so dass diese Unternehmen bereits frühzeitig die Notwendigkeit erkannt haben, die Thematik schnell und übergreifend in die Leitlinien des Unternehmens zu implementieren und auch einen entsprechend großen Stab an Mitarbeitern für das Thema bereitzustellen.

Ein sehr positives Bild geben die Dax-Unternehmen im Hinblick auf ihr Umweltmanagementsystem ab. 86 Prozent der im deutschen Leitindex geführten Unternehmen lassen sich ihr Umweltmanagementsystem nach der international anerkannten Norm DIN ISO 14001 zertifizieren.

Optimierungsbedarf erkennt Schmidt bei den Arbeitsstandards gemäß der International Labour Organization (ILO) der Vereinten Nationen. Nur 64 Prozent der Dax-Konzerne halten sich vollumfänglich an die vorgegebenen Normen. Auch die Berichterstattung nach der Global Reporting Initiative (GRI) ist verbesserungsfähig. Ein weniger gutes Bild geben die Dax-Konzerne jedoch immer noch in Bezug auf die Umsetzung des Deutschen Corporate Governance-Kodex ab. Nur 39 Prozent von ihnen setzen die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance-Kodex ohne Ausnahmen oder Einschränkungen um.

Quelle: Union Asset Management Holding AG

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Artikel vom: 28.01.2010 08:29
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