Berlin - Heute wurde in Bonn das "Positionspapier zu einer Neuordnung der Verpackungsentsorgung" vorgelegt, unterzeichnet von Entdorgerver- und Kommunalverbänden sowie dem Bundesverband Dualer Systeme. Doch weder die Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt e.V. (AGVU) noch der Handelsverband Deutschland (HDE) oder der Markenverband e.V. befürworten derzeit eine grundsätzliche Neuorganisation. Für diese Organisationen nahm Professor Dr. Dr. h. c. Werner Delfmann folgendermaßen Stellung:
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| AGVU u.a. |
* Eine systematische Überarbeitung der Verpackungsverordnung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zielführend. Die 5. Novelle ist dabei, sich in der praktischen Anwendung zu beweisen: Die Lizenzierungsgrade steigen - wie die von der AGVU beauftragte GVM-Studie belegt. Diesen Trend bestätigen auch die aktuellen Mengenmeldungen für das erste Quartal 2010, die eine Steigerung gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ausweisen.
* Verpackungsindustrie, Hersteller, Abfüller, Handel und Entsorger garantieren den Fortbestand der umweltgerechten Entsorgung und stehen für die Weiterentwicklung der Recycling-Standards.
* Das Know-how und die Investitionen der privat organisierten Kreislaufwirtschaft tragen dazu bei, Arbeitsplätze zu schaffen und innovative, exportfähige Technologien einzuführen. Deutschland ist Innovationstreiber in Sachen Kreislaufwirtschaft - mit der Rekommunalisierung würden wir ganz schnell wieder in der Recycling-Steinzeit landen.
* Wir unterstützen die Forderung nach Eingrenzung der Trittbrettfahrer-Pproblematik, damit Duale Systeme und Erstinverkehrbringer, die sich legal und ehrlich verhalten, nicht weiter "die Dummen" sind.
* Die Frage der kommunalen Steuerungsverantwortung bei der Erfassung stellt sich nicht. Die Kosten für die Entsorgung der gelben Tonne sind in privater Hand von ursprünglich 26 Euro jährlich pro Einwohner auf 11 Euro jährlich pro Einwohner gesunken. Wer diese privatwirtschaftliche Organisation zerschlagen will, vernichtet die Effizienz und belastet die Verbraucher. Die kommunale Wirtschaft wird nicht effizienter arbeiten als die Privatwirtschaft.
* Die kommunale Entsorgung würde zu Preissteigerungen und Qualitätsverlusten führen. Darüber hinaus würden intransparente Gebührensysteme Quer-Finanzierungen der klammen Kommunalhaushalte Tür und Tor öffnen.
* Die privatwirtschaftliche Organisation der haushaltsnahen Getrennterfassung hat die Umwelt durch die Einsparung von 2,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr spürbar entlastet. Quelle: Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt e.V. (AGVU)
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Artikel vom: 28.01.2010 16:11
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