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Bonn - Die Schweizer Bank Clariden Leu verzichtet wegen der Gefährdung des Baikalsees durch die Wiederinbetriebnahmen eines Papier- und Zellulosewerks auf Investitionen in das russische Unternehmen Rusal. Die Entscheidung wird von der Umweltstiftung Global Nature Fund (GNF) als wegweisender Schritt eines Finanzinstituts zur die Erhaltung eines bedrohten Ökosystems begrüßt.

Transsibirische Eisenbahn am Baikalsee
Global Nature Fund (GNF)
Die Privatkundenbank Clariden Leu, eine Tochter der Credit Suisse, wird nach einem Bericht der Basler Zeitung keine Aktien des Aluminiumkonzerns Rusal in ihren Fond aufnehmen. Hauptaktionär von Rusal ist der Oligarch Oleg Deripaska, der zugleich Mitinhaber des umstrittenen Zellulosewerks am sibirischen Baikalsee ist. Die Fabrik galt lange Zeit als größter Verschmutzer: Dort leitete die Zellstoff- und Papierfabrik BPPM mehr als vier Jahrzehnte ihre anfallenden Produktions- und Abwässer ungeklärt in den Baikalsee, pro Tag fielen ca. 100.000 m³ giftiges Abwasser an. Die Schließung der Anlage im März 2009 wurde von Umweltschützern weltweit begrüßt. Aufgrund einer Anfang dieses Jahres erlassenen Verordnung von Ministerpräsident Wladimir Putin soll das Kombinat nun wieder die Produktion aufnehmen.

„Die Entscheidung der Züricher Bank Clariden Leu zeigt, dass neben Umweltschützern auch Investoren kein Verständnis für den fahrlässigen Umgang mit einem extrem sensiblen Ökosystem haben“, so Udo Gattenlöhner, Geschäftsführer des GNF. „Die Finanzwirtschaft sollte sich ein Beispiel nehmen und im Internationalen Jahr der Biodiversität ihr Engagement für die Erhaltung bedrohter Natur ausbauen“.

Mit dem Verzicht auf Investitionen und Kreditvergabe können - glaubt der GNF - Banken die Geschäftspolitik jener Firmen beeinflussen, die an Naturzerstörung beteiligt sind. Unterstützung bei der Bewertung und strategischen Einbindung von Biodiversität in ihr Risikomanagement erhalten Finanzdienstleister durch die kürzlich gestartete Europäische Business and Biodiversity-Kampagne. Ziel dieser vom GNF in Kooperation mit sechs europäischen Partnern koordinierten Aktion ist es, die Integration von Biodiversität in Unternehmensprozesse zu fördern.

Quelle: Global Nature Fund (GNF)

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Artikel vom: 29.01.2010 11:51
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