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Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung will den Produktstatus für geeignete Schrottsorten nur dann befürworten, wenn die Vorteile dieser Neueinstufung die Nachteile überwiegen und das Schrottrecycling damit gegenüber der momentanen Situation gestärkt werden kann. Warum damit nicht zu rechnen ist, erklären Birgit Guschall-Jaik (Referentin des Fachverbandes Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling) und REACH-Experte Dr. Thomas Probst in einem Interview.

Foto: O. Kürth
Inwiefern können Unternehmen der Schrottwirtschaft profitieren, wenn Metallschrotte nicht mehr als Abfall deklariert werden?

Thomas Probst: Der ursprüngliche Ansatz aus der europäischen Abfallrahmenrichtlinie und der End-of-Waste-Diskussion, der qualitativ gute Schrotte aus dem Abfallrecht entlässt, wäre durchaus geeignet das Recycling von Metallschrotten zu fördern. Leider hat man sich bei der tatsächlichen Ausgestaltung der Kriterien sehr weit von diesem Ansatz weg bewegt. Es werden wohl tatsächlich nur sehr wenige Schrottsorten den Produktstatus erreichen. Wir können derzeit weder Vorteile noch Erleichterungen im Falle des Produktstatus von Schrotten erkennen.

Wird sich Ihrer Meinung nach der bürokratische Aufwand für die Unternehmen verringern, wenn Qualitätsschrotte das Abfallrecht verlassen?

Thomas Probst: Nein, leider nicht, das ist ja gerade das Enttäuschende. Man baut hier eine vollständige zweite Bürokratieebene auf und das letztlich für einige wenige Qualitäten. Dadurch werden In- und Outputmengen auf den Schrottplätzen komplett über ein QM-System kontrolliert.
Damit sind zusätzliche und vor allen Dingen zahlreiche bürokratische Auflagen verbunden. Ganz praktisch gesehen muss schon bei der Annahme der Schrotte auf dem Lager getrennt werden, und zwar nach Schrotten, die Abfall und solchen, die Produkt werden sollen.

Reichen visuelle Kontrollen als Maßnahmen zur Qualitätssicherung aus oder müssen sich die Unternehmen darauf einstellen, weitere Analysen durchzuführen?

Birgit Guschall-Jaik: Visuelle Kontrollen sind aus Sicht des bvse durchaus ausreichend und entsprechen der gängigen und unter den Marktteilnehmern allgemein akzeptierten Praxis. Wie es aussieht, wird diese Art der Kontrolle von deutschen Behörden und Gutachtern bei der Qualitätssicherung und dem Qualitätsmanagement nicht akzeptiert. Das bedeutet wiederum, dass die einzelnen Schrottladungen extra sortiert und dann analysiert werden müssen. Es stellt sich die Frage, wer die Kosten für diesen nicht unerheblichen logis­tischen Aufwand und das dafür zusätzlich notwendige Personal trägt.

Lesen Sie das ganze Interview in der aktuellen SEKUNDÄR-ROHSTOFFE 02/2010, Seite 4-6.

Quelle: SEKUNDÄR-ROHSTOFFE

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Artikel vom: 01.02.2010 13:33
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