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Moskau - Um die bestehende Nachfrage zu decken, ist der russische Markt auf Importe angewiesen. Deutsche Technologieanbieter haben durch ihren Know-how-Vorsprung wie auch durch ihr traditionell gutes Image im Land aussichtsreiche Lieferchancen und sind zum Teil schon auf dem Markt präsent. Darüber hinaus sind Regierungen von großen Gebietskörperschaften in der Zentralregion Russlands dazu bereit, im Rahmen von Partnerschaften mit der Privatwirtschaft umfassende Programme zur Rekultivierung von Mülldeponien zu finanzieren.

Roter Platz, Moskau
Foto: Pixelio / Cornerstone
Denn die russische Abfallentsorgungsbranche steckt noch in den Kinderschuhen. Sowohl das Einsammeln als auch das Lagern und Verarbeiten von Müll entsprechen längst nicht den westlichen Standards. Oft werden einfachste Umweltschutzmaßnahmen nicht eingehalten. Die Hauptmethode der Abfallentsorgung ist die Abfuhr der Abfälle zu den Hausmülldeponien (auf diese Weise werden über 80 Prozent feste Haushaltsabfälle entsorgt). Ende 2008 gab es im größten Land der Erde knapp 4.700 Hausmüll-Deponien, wovon nur für die Hälfte ein sanitär-epidemiologisches Zertifikat vorlag. Lediglich 945 Deponien arbeiten mit offizieller Lizenz.

Die gängigste Methode der Abfallentsorgung in Russland ist die Abfuhr der Abfälle zu den Hausmülldeponien, dann kommt das Verbrennen in einer Müllverbrennungsanlage. Nach dem jetzigen Stand ist die Müllverbrennung in diesen Anlagen toxisch und sanierungsbedürftig. Es müssen Filter eingebaut werden, die geeignet sind, die Staub-, Schwefeldioxid-, Stickstoffoxid und Kohlenoxidemissionenzu minimieren. Dafür sind Systeme zur Abfallsortierung für die Benutzung in den Müllverbrennungsanlagen nötig. Bisher werden die Abfälle größtenteils ohne Einsatz von speziellen Systemen zur Mülltrennung nach deren Toxizität verbrannt, so dass große Mengen an Giftstoffen in die umgebende Luft gelangen können.

In Planung ist der Bau von Müllverbrennungsöfen, die bei Temperaturen von mehr als 1100°C betrieben werden können. Gefragt ist die Rovatek-Technologie mit Wirbelschichtverbrennungs-Verfahren – eine Entwicklung des deutschen Unternehmens Hölter. Als eine Alternative zu den Müllverbrennungstechnologien ist auch eine nichtthermische Müllaufbereitung etwa mittels Wasserseparierung denkbar.

Um sich ein Bild vor Ort machen zu können, bietet die Deutsche Außenhandelskammer (AHK) deutschen Unternehmen aus dem Bereich Recycling und Abfallmanagement eine Geschäftsreise nach Moskau an. Die Reise wird im Rahmen des AHK-Geschäftsreiseprogramms „Energieeffizienz in der Industrie" vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert und findet vom 25. bis 28. Mai statt. Das Anmeldeformular und die Broschüre der Exportinitiative Energieeffizienz sind unter ecofys.com(1) abzurufen.

Weitere Informationen über die russische Abfallwirtschaft gibt ein FactSheet der Exportinitiative Energieeffizienz, das unter ecofys.com(2) herunter geladen werden kann.

Quelle: Exportinitiative Energieeffizienz, BMWi, Deutsch-Russische Auslandshandelskammer

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Artikel vom: 04.02.2010 12:17
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