München - Um Energie sparen zu können, müssen Verbraucher sich zum einen jederzeit über den Energieverbrauch ihrer Geräte informieren und diesen zum anderen auch von unterwegs aus steuern können. Zwei Anwendungen, mit deren Hilfe sich der Energieverbrauch verwalten lässt, werden Fraunhofer-Wissenschaftler in Hannover auf der CeBIT vom 2. bis 6. März in Halle 9, Stand B36 zeigen.
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| Foto: Pixelio / sprisi |
Beim kontinuierlichen Blick auf die Strompreise unterstützt künftig eine intelligente Steuerung die Endverbrauchers. Professor Frank Bomarius, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern, und sein Team entwickeln zurzeit eine neue Software: Sie sitzt hinter dem Stromzähler und dafür sorgt, dass der Energieverbrauch entsprechend angepasst wird. "Informationen über die erwartete Preisentwicklung in den nächsten Minuten und Stunden kommen von außen, also vom Energieversorger, kurz EVU", sagt der Informatiker. Diese müssen kombiniert werden mit den Bedürfnisse und Präferenzen des Verbrauchers. "Unser System sorgt dafür, dass die Geräte im Haushalt gemäß dieser Vorgaben optimal gesteuert werden."
Dabei geht es nicht einfach darum, Klimaanlage oder Waschmaschine kurzfristig abzuschalten, wenn der Strompreis steigt. Viel intelligenter ist es beispielsweise, Kühl- oder Gefrierschrank als Energiespeicher zu nutzen. "Meldet das EVU, dass in zwei Stunden der Strom knapp und teuer wird, können diese Geräte ihren Inhalt bereits vorkühlen und so dafür sorgen, dass sie danach über längere Zeit keinen Strom benötigen", erklärt Bomarius. Entsprechendes gilt für die Warmwasserbereitung oder Heizung.
Steuern lässt sich das System von einem PC, dort gibt der Verbraucher seine Wünsche ein: Er bestimmt die Temperatur für das Kühlen oder Heizen, nennt einen Höchstpreis, den er für die Kilowattstunde bezahlen will, oder limitiert den maximalen Verbrauch. Danach errechnet die Software, wann welche Geräte im Haushalt ein- und ausgeschaltet werden. Der direkte Zugriff des Computers auf Geräte oder Heizung erfolgt über elektrische Leitungen oder über Funk. In der Praxis wird das intelligente Energiemanagement auf demselben Rechner laufen, der auch andere Funktionen des Hauses steuert: Licht und Heizung, Rollläden, Schließanlage oder die Unterstützung hilfsbedürftiger Personen im Haushalt. 2010 soll das System in Kaiserslautern in einigen Wohnungen praktisch erprobt werden.
Hingegen haben Forscher des Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT in Sankt Augustin eine Anwendung entwickelt, die den Energieverbrauch der einzelnen Geräte im Haushalt aufzeigt. So lassen sich die Energiefresser im eigenen Zuhause ermitteln, und die Verbraucher bekommen ein Gefühl dafür, welche Geräte wie viel Energie verbrauchen, wo sich also auch viel einsparen lässt. Basis dafür ist die vom Institut entwickelte Middleware "Hydra", die um ein spezielles Energieprotokoll erweitert wurde. "Mit seinem Mobiltelefon als Anzeige- und Steuergerät kann der Bewohner den Energieverbrauch seiner Geräte kontrollieren", sagt Dr. Markus Eisenhauer, der das System entwickelt. "So kann er sich beispielsweise den Verbrauch pro Raum anzeigen lassen, Geräte ein- und ausschalten oder Lampen dimmen." Und es gibt noch einen besonderen Clou: Das Kamerabild des Handys kann als "magische Linse" benutzt werden. Dazu richtet man die Kamera auf das entsprechende Gerät und erhält wie von Geisterhand den dazu passenden momentanen Stromverbrauch. Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft
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Artikel vom: 05.02.2010 12:21
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