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Frankfurt am Main - Die Unternehmen in Deutschland hatten zur Jahreswende 2009/2010 nach wie vor deutliche Schwierigkeiten, langfristige Kredite für ihre Investitionen zu erhalten. Eine flächendeckende Kreditklemme indes lag auch zum Jahreswechsel nicht vor: 83 Prozent der der Befragten gaben an, dass Unternehmen mit einer durchschnittlichen Bonität kein grundsätzliches Problem hatten, eine Finanzierung zu erhalten. Im August 2009 lag dieser Wert noch bei 79 Prozent. Dies ergab die vierte Blitzbefragung der KfW Bankengruppe von Finanzierungsexperten aus den Verbänden der deutschen Wirtschaft zur Kreditvergabe in Deutschland.

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Im Einzelnen berichteten 44 Prozent der Experten von einem schwieriger gewordenen Zugang zu Investitionskrediten. Damit hat sich dieser Anteil gegenüber der letzten Befragung nur leicht um drei Prozentpunkte erhöht. Die Gründe hierfür waren vor allem die gestiegenen Anforderungen an die Sicherheiten (75 Prozent) sowie höhere Zinsen (67 Prozent). Über 90 Prozent der Experten gaben außerdem an, dass aufgrund der schwierigen Finanzierungs- und Wirtschaftslage Unternehmen ihre geplanten Investitionen verringert oder verschoben haben. „Die Tatsache, dass Unternehmen ihre Investitionen deutlich senken, ist höchst problematisch, denn zur Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands benötigen wir diese dringend – gerade auch von kleinen und mittleren Unternehmen“, sagte Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe.

Problematischer als die aktuelle Lage vermuten lassen würde, wurden von den Verbänden allerdings die Erwartungen für die nächsten drei Monate beurteilt: 75 Prozent der Verbände gaben im Dezember 2009 an, dass sie eine Verschlechterung der Kreditvergabe erwarten; kein Verband ging von einer Verbesserung aus. Damit sind die Erwartungen – nach einer deutlichen Verbesserung im vergangenen Frühling – das zweite Mal in Folge negativer ausgefallen und haben sogar das Anfangsniveau 2009 wieder erreicht.

Die Ergebnisse der Blitzbefragung werden durch eine ökonometrische Analyse auf Basis des KfW-Mittelstandspanels bestätigt. Die Studie „Gibt es eine Kreditklemme im Mittelstand?“, die ebenfalls aktuell veröffentlicht wurde, zeigt, dass für das Jahr 2009 bei kleinen und mittleren Unternehmen keine Kreditklemme vorlag und der beobachtete Anstieg der Kreditablehnungsquote dem schlechten konjunkturellen Umfeld und nicht einem außergewöhnlich restriktiven Kreditangebotsverhalten der Banken geschuldet war. Allerdings liefern die Auswertungen auch Indizien dafür, dass im Jahr 2010 die Kreditverfügbarkeit für kleine und mittlere Unternehmen deutlich schwieriger werden könnte. „Die zentrale Herausforderung für dieses Jahr ist daher die Sicherstellung der Unternehmensfinanzierung, denn eine unzureichende Kreditversorgung wäre eine erhebliche Belastung für den Fortgang der im Jahr 2010 ohnehin fragilen wirtschaftlichen Erholung“, sagt Dr. Norbert Irsch.

Die Ergebnisse der "KfW-Blitzbefragung zur Finanzierungssituation deutscher Unternehmen" ist online abrufbar unter dem Navigationslink "Research". Hier findet sich ebenfalls der neu erschienene Aufsatz "Gibt es eine Kreditklemme im Mittelstand?“", in dem der Kreditzugang für kleine und mittlere Unternehmen im Zeitraum von 2004 bis 2009 untersucht wurde.

Quelle: kfw-Bankengruppe

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Artikel vom: 17.02.2010 10:18
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