Wien - Die Nitratwerte in den Gewässern der EU sind deutlich gesunken. In einigen Regionen liegen die Konzentrationen noch über den Wasserqualitätsnormen der Union, hier müssen die Landwirte noch mehr auf nachhaltigere Praktiken umstellen. Dies teilt die Europäische Kommission in einem gestern veröffentlichten Bericht mit.
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| Foto: Pixelio / wrw |
Ermutigende Entwicklungen bei der Wasserqualität
Der Bericht über die Umsetzung der Nitratrichtlinie, mit der die Verschmutzung bekämpft und die Wasserqualität verbessert werden soll, lässt eine Tendenz hin zu stabilen beziehungsweise deutlich sinkenden Nitratkonzentrationen in der EU erkennen. Im Zeitraum 2004 bis 2007 sind die Konzentrationen in Oberflächengewässern (Flüsse, Seen und Kanäle) bei 70 Prozent der Überwachungsstationen stabil geblieben oder zurückgegangen. Bei 66 Prozent der Teststationen für das Grundwasser ist die Wasserqualität stabil geblieben oder hat sich verbessert.
Trotz dieser ermutigenden Entwicklungen zeigt der Bericht jedoch auch eine Reihe von Regionen mit besorgniserregenden Werten auf. Hohe Nitratwerte im Grundwasser sind in Teilen Estlands, den südöstlichen Niederlanden, in Belgien (Flandern), England, Teilen Frankreichs, weiters in Norditalien, Nordostspanien, dem Südosten der Slowakei, Südrumänien sowie in Malta und Zypern zu verzeichnen. Überhöhte Werte in Oberflächengewässern wurden in Malta, dem Vereinigten Königreich, in Belgien und Frankreich (Bretagne) festgestellt.
Mehr als 300 Aktionsprogramme
In der EU werden laut Potoènik mehr als 300 Aktionsprogramme durchgeführt, und die Qualität dieser Programme verbessert sich. Zu den Maßnahmen gehören Perioden mit Düngeverbot, Mindestlagerkapazitäten für Dung und Vorschriften zur Kontrolle der Nährstoffausbringung in der Nähe von Gewässern oder an Hängen, um das Kontaminationsrisiko zu verringern. Diese reduzieren auch die Emissionen der Treibhausgase Stickoxid und Methan. Die Mitgliedstaaten haben nitratgefährdete Gebiete ausgewiesen, für die besondere Aktionsprogramme durchgeführt werden.
Wie aus dem Bericht hervorgeht, zeigen die Landwirte zunehmendes Interesse an innovativen Fütterungsmethoden, die die Nährstoffausscheidung reduzieren, sowie an neuen Technologien (z. B. Dungverarbeitung). Diese reichen von der einfachen Trennung von Fest- und Flüssigstoffen bis zu fortgeschritteneren Techniken für die Verarbeitung der Gülle zu sauberem Wasser und hochwertigem organischem Dünger, oft in Kombination mit der Energierückgewinnung.
Der "Report from the Commssion to the Council and the European Parliament On implementation of Council Directive 91/676/EEC concerning the protection of waters against pollution caused by nitrates from agricultural sources based on Member State reports for the period 2004-2007" (engl.) kann unter ec.europa.euheruntergeladen werden. Quelle: Lebensministerium Österreich
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Artikel vom: 18.02.2010 08:22
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