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Leipzig - In Thüringen wurden im vergangenen Jahr 288 Tonnen Altmunition aus dem Zweiten Weltkrieg und aus sowjetischen Beständen entsorgt. Nach Angaben des Landesverwaltungsamtes handelt es sich dabei sowohl um zufällige Funde etwa im Zusammenhang mit Bauarbeiten als auch um Funde aus systematischen Beräumungen. Experten gehen davon aus, dass auch in den kommenden Jahrzehnten noch Granaten und Bomben-Blindgänger gefunden werden.

Bombenfund
Foto: Pixelio / Paul Marx
Genauere Aussagen darüber, wieviel Munition noch unentdeckt ist, sind schwer zu treffen, meint Rüdiger Kösel, Referatsleiter Brand- und Katastrophenschutz im Landesverwaltungsamt. Denn in Thüringen existiert - anders als in anderen Bundesländern - kein landeseigenes und zentrales Verdachtsflächen- und Räumkataster.

In den zurückliegenden neun Jahren wurden in Thüringen insgesamt rund 1,5 Millionen Kilogramm Munition geborgen, vor Ort entschärft oder gesprengt. Dabei Thüringen ist das einzige Bundesland, in dem der Räumdienst komplett privat abgewickelt wird.

Während die Kosten für das Entsorgen der so genannten "reichseigenen" Munition - also Munition aus dem Zweiten Weltkrieg - vom Landesverwaltungsamt beziffert werden können, kann der finanzielle Aufwand für die Suche nur grob kalkuliert werden. Füri reichseigene Altlasten zahlt der Bund die Entsorgung: In den Jahren 2000 bis 2009 wurden dafür in Thüringen 29 Millionen Euro in Rechnung gestellt.

Für die Suche nach und Entsorgung von Munition auf ehemaligen Liegenschaften der Alliierten, also insbesondere der früheren sowjetischen Truppen in Thüringen, ist die Landesentwicklungsgesellschaft als Verwalterin der ehemaligen Garnisonen und Übungsplätze zuständig. Sie hat dafür nach eigenen Angaben von 1999 bis Ende 2009 rund 15,82 Millionen Euro ausgegeben.

Weitere Informatonen unter mdr.de.

Quelle: Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)

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Artikel vom: 18.02.2010 09:07
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