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München - Wer Biokraftstoffe auf den europäischen Markt bringt, muss in Zukunft die gesetzlich geregelten Nachhaltigkeitsstandards erfüllen. Als erstes EU-Land hat Deutschland ein Zertifizierungsinstrument entwickelt. TÜV SÜD hat von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) die vorläufige Anerkennung als Zertifizierungsstelle erhalten. Damit kann TÜV SÜD in Zukunft die Konformität der Herstellung von flüssigen Biokraft- und Brennstoffen mit der Nachhaltigkeitsverordnung zertifizieren.

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TÜV SÜD Industrie Service GmbH
Hintergrund für die Zertifizierung ist die EU-Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen. Sie legt die Anforderungen an die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen und flüssigen Biobrennstoffen fest. Nur wer die darin genannten Kriterien erfüllt, kann von den Förderungen und von der Anrechnung der Biokraftstoffe auf die EU-Biokraftstoffquote profitieren. „Für den Nachweis und die Zertifizierung prüfen wir die Dokumentation auf sämtlichen Stufen des Produktions- und Vertriebsprozesses“, sagt Igor Dormuth, Projektleiter Biokraftstoff-Zertifizierung bei der TÜV SÜD Industrie Service GmbH. „Dabei begutachten wir alle entscheidenden Kriterien – von der Anbaufläche über die Bilanzierung von Treibhausgasemissionen bis hin zu der Dokumentation von Arbeits- und Sozialstandards.“ Die entsprechenden Nachweise werden über die Lieferkette bis zum EEG-Anlagenbetreiber bzw. Mineralölhändler weitergereicht. Diese müssen die nachhaltige Herstellung der in ihren Betrieben eingesetzten flüssigen Biomasse gegenüber den Netzbetreibern bzw. dem zuständigen Hauptzollamt belegen.

Künftige Änderungen erwartet

Umgesetzt hat der deutsche Gesetzgeber die EU-Nachhaltigkeitsanforderungen bereits mit der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung (BioSt-NachV) sowie der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung (Biokraft-NachV). Dennoch war bislang unklar, nach welchem System zertifiziert werden soll und wer die Zertifikate ausstellen darf. Erst kürzlich hatte die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dem Zertifizierungssystem "International Sustainability and Carbon Certification" (ISCC) eine vorläufige Anerkennung ausgesprochen. TÜV SÜD war als Partner des ISCC-Projekts bereits an der Pilotphase beteiligt und hat beispielsweise bei der Überprüfung einer Sojaplantage in Argentinien erste wertvolle Praxiserfahrungen mit dem neuen Bewertungssystem gesammelt. „Deshalb sind unsere Experten auf ihre Auditoren-Tätigkeit bestens vorbereitet“, erklärt Dr. Sven Kolmetz, Leiter der Abteilung Carbon Management Service von TÜV SÜD Industrie Service.

Dass die BLE derzeit nur vorläufige Anerkennungen ausspricht, ist mit dem zeitlichen Handlungsdruck zu erklären. Auf der einen Seite ist die internationale Biokraftstoffzertifizierung noch Neuland, auf der anderen Seite sollen die Anforderungen der EU-Richtlinie schnellstmöglich umgesetzt werden. Da noch einige wichtige Details zu klären sind, werden von der EU-Kommission in Kürze weitere Änderungen der EU-Richtlinie erwartet. Das Pioniersystem ISCC wird in den kommenden Jahren beweisen müssen, dass es flexibel auf neue Anforderungen reagieren und die Nachhaltigkeit gewährleisten kann.

TÜV SÜD ist Silver Sponsor der World Biofuels Markets (WBM) in Amsterdam vom 15. bis 17. März 2010 und stellt neben der Biokraftstoffzertifizierung auch andere Dienstleistungen wie die Zertifizierung von Bioerdgas vor.

Weitere Informationen bietet die Webseite tuev-sued.de.

Quelle: TÜV SÜD Industrie Service GmbH

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Artikel vom: 26.02.2010 09:02
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