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Düsseldorf - Im Jahr 2003 veröffentlichte ein US-Forscherteam um Tracey Tromp vom California Institute of Technology eine Studie, die aufmerken ließ. Die Wissenschaftler waren zu dem Ergebnis gekommen, dass die Ozonschicht in der Arktis im Frühjahr um bis zu acht Prozent zusätzlich abnehmen könnte, wenn die heute genutzten fossilen Energiequellen vollständig durch Wasserstoff ersetzt würden. Der von der Studie vorhergesagte Ozonabbau würde den bereits jetzt in jedem Frühjahr vorhandenen Ozonschwund, der in manchen Jahren bis nach Norddeutschland reicht, weiter verschlimmern.

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World Hydrogen Energy Conference
Die Argumentation der Forscher: In der Stratosphäre wird der Wasserstoff in Wasserdampf umgewandelt und bewirkt zusätzlich eine Abkühlung dieser Luftschichten. Beide Effekte fördern die Entstehung von polaren Stratosphärenwolken und tragen mit Chlor, das aus Fluorchlorkohlenwasserstoffen stammt, zur Ozonzerstörung bei.

Die US-Forscher waren in ihren Simulationen davon ausgegangen, dass etwa 20 Prozent des Wasserstoffs entlang der Prozesskette in die Atmosphäre entweichen könnte.

Aus Sicht von Dr. Thomas Feck vom Forschungszentrum Jülich ist dies ein unrealistisches Szenario. „Meine Recherche zeigt, dass die Tromp-Studie bereits die heutigen prozentualen Wasserstoff-Emissionen stark überschätzt“, sagt Feck, der im Jülicher Forschungsbereich Energie und Umwelt arbeitet. In seiner Studie verglich der Wissenschaftler Szenarien zur zukünftigen Entwicklung der Wasserstoff-Technologie und führte Gespräche mit Firmen und Institutionen, die heute schon Erfahrungen mit Wasserstoff sammeln. „Nach den Ergebnissen betragen die Verluste heutiger Demonstrationsanlagen etwa zehn Prozent. Es ist zu erwarten, dass die Verlustrate mittelfristig aufgrund von technologischer Weiterentwicklung unter zwei Prozent liegen wird“, erläutert Feck.

Die Ergebnisse der Jülicher Simulationen zeigen eine zusätzliche Schädigung der Ozonschicht von maximal 2,5 Prozent, also weniger als ein Drittel des in der Tromp-Studie ermittelten Wertes. Hinzu kommt, dass die volle schädliche Wirkung nur im Beisein von FCKW eintritt. „Mit dem erwarteten FCKW-Rückgang in den kommenden Jahren wird der Wasserstoff einen zusätzlichen Ozonabbau von weniger als einem Prozent verursachen“, erklärt Feck. Insgesamt würde damit der durch das Verschwinden der FCKW bewirkte Wiederaufbau der Ozonschicht überwiegen, so das Fazit des Wissenschaftlers.

Der Einfluss der Wasserstoffnutzung auf die Umwelt und vor allem auf die Ozonschicht wird auch ein wichtiges Konferenzthema auf der diesjährigen 18. Weltwasserstoffkonferenz (World Hydrogen Energy Conference / WHEC 2010) sein. Sie findet unter der Schirmherrschaft der International Association for Hydrogen Energy (IAHE ) vom 16. bis 21. Mai 2010 in der Messe Essen statt. Sie wird mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen von der EnergieAgentur.NRW organisiert. Die Konferenz hat zum Ziel, den Energieträger Wasserstoff auf dem Weg zu einer nachhaltigen klimafreundlichen Energiewirtschaft deutlich voran zu bringen. Zu der internationalen Tagung mit begleitender Messe werden rund 1500 Teilnehmer aus dem In- und Ausland erwartet.

Weitere Informationen, Programm und Anmeldung unter whec2010.com.

Quelle: EnergieAgentur.NRW

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Artikel vom: 26.02.2010 11:15
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