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„Schrott ist kein Abfall, sondern als Sekundärrohstoff eine wertvolle Handelsware“. Dieser Überzeugung ist Ralf Schmitz, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Metallhändler (VDM), der an der Debatte über den Abfall- oder Produktstatus von NE-Metallschrotten die Berücksichtigung der Sekundärrohstoffe vermisst. Was er zu diesem Thema zu sagen hat, lesen Sie im SR-Interview.

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Wie steht der VDM zum Abfallende-Verfahren bei Aluminium- und anderen NE-Metallschrotten?

Sie sprechen ein schwieriges Thema an. Letztlich führen wir hier seit geraumer Zeit eine akademische Diskussion, in der es mehr um Fragen der Rechtssystematik geht als um sachgerechte Lösungen. Als die Sekundärrohstoffe vor rund 20 Jahren dem Abfallregime unterworfen wurden, hat man ohne Not eine funktionierende rechtliche Kategorie, nämlich die der Sekundärrohstoffe, abgeschafft. Man war bestrebt alles in eine Schublade zu packen, entweder mit der Aufschrift „Abfall“ oder der Aufschrift „Produkt“.

Das führte vor allem beim Schrott, der mit seinem hohen positiven Marktwert alles andere ist als Abfall, zu Problemen. Die Vorschriften des Abfallrechts waren und sind nicht auf Sekundärrohstoffe zugeschnitten, sie schafften zusätzliche Bürokratie, ohne dadurch auch nur ein Stück mehr Umweltschutz mehr zu erzielen.

Im Rahmen der „End-of-Waste“-Diskussion wird erneut die – vereinfachende – Frage gestellt, ob Schrotte Abfall oder Produkt sein sollen. Die richtige, juristisch nicht korrekte, Antwort lautet: Schrott ist kein Abfall, sondern als Sekundärrohstoff eine wertvolle Handelsware. Der Begriff Produkt passt auch nicht genau, denn Schrott wird nicht zielgerichtet hergestellt, sondern fällt eben an. Nur in ganz besonderen Fällen, wenn es eine hochwertige, zielgerichtete Aufbereitung gibt, entsteht aus dem Sekundärrohstoff Schrott gegebenenfalls ein neues Produkt.

In Wirklichkeit geht es aktuell um die Frage, welches Rechtsregime künftig für Schrotte gelten soll. Bleibt es beim Abfallrecht oder kommt das neue europäische Chemikalienrecht REACH zur Anwendung? Beides ist falsch, denn Sekundärrohstoffe sind – wie oben gesagt – weder Abfall noch zielgerichtet hergestelltes Produkt. Der dritte Weg fehlt, wir müssen uns deshalb als Branche zwischen den uns von der Politik angebotenen Wegen entscheiden. Hier ist das Abfallrecht sachlich sicherlich der bessere Weg, denn die Vorschriften der REACH-Verordnung sind für Schrotte schlichtweg nicht anwendbar.

Lesen Sie das ganze Interview in der aktuellen SEKUNDÄR-ROHSTOFFE 03/2010, Seite 9.

Quelle: SEKUNDÄR-ROHSTOFFE/VDM

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Artikel vom: 05.03.2010 09:46
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